Prof. Klaus Schroeder

Politikwissenschaftler und Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin

Klaus Schroeder (Quelle: FU Berlin)

„Arbeitslosigkeit gab es nur in den Anfangsjahren der DDR. Im Dezember 1951 registrierten die Ämter noch knapp 160.000 Arbeitslose, Mitte der 1950er-Jahre waren es nur noch zwischen 25.000 und 66.000. Durch die Fluchtwelle in den Westen war die Vollbeschäftigung in der DDR schnell erreicht. Die Kündigungsschutzbestimmungen machten eine Entlassung von Werktätigen weitgehend unmöglich. Allerdings gab es eine „Arbeitslosigkeit am Arbeitsplatz“ – Werktätige, die kaum etwas oder gar nichts zu tun hatten. Diese verdeckte Arbeitslosigkeit wird auf 10 bis 15 Prozent geschätzt.

Echte Arbeitslosigkeit war die absolute Ausnahme. Es gab Einzelfälle, wie den Musiker, der nicht als Musiker arbeiten durfte, und dann lieber ins Gefängnis ging, als eine ihm zugewiesene Stelle anzunehmen.

Deshalb verstehe ich gar nicht, warum die Vollbeschäftigung in der DDR oft als positive Errungenschaft gewertet wird. Man darf nicht übersehen, dass die Bürger zwar das Recht auf Arbeit, aber nicht das Recht auf einen bestimmten Arbeitsplatz hatten. Und dann kam der Zwang dazu. Man stelle sich nur mal vor, die Bundesregierung würde heute verkünden, dass jeder die Pflicht hat, einen ihm zugewiesenen Arbeitsplatz anzunehmen – das würde einen gewaltigen Protest auslösen, nicht zuletzt von denen, die die DDR für ihr Verständnis von Arbeit loben.“

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In der DDR gab es keine Arbeitslosen – Stimmt

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