29.10.2014

In der DDR gab es keine Arbeitslosen – Stimmt

Jeder hat Arbeit, niemand muss sich Sorgen machen, wie er seine Familie ernährt: Die Vollbeschäftigung gilt vielen bis heute als eine zentrale Errungenschaft der DDR. Aber gab es dort wirklich keine Arbeitslosen? Das #ZDFcheck-Fazit: stimmt.

Mythos:

In der DDR gab es keine Arbeitslosen.

Bisherige Rechercheergebnisse:

So funktioniert's

Der Mythos

In der DDR herrsche Vollbeschäftigung – während in der Bundesrepublik „Zukunftsangst den Alltag Ungezählter begleitet und neue Armut um sich greift“: Diese Jahresbilanz zog DDR-Staatschef Erich Honecker 1988. Bis heute wird gerne als Errungenschaft der DDR angeführt, dass es dort keine Arbeitslosigkeit gegeben habe. Das zeigt auch eine repräsentative Studie des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums Berlin-Brandenburg im Auftrag der Linken-Bundestagsfraktion. Dabei wurden im Jahr 2010 Ostdeutsche nach ihrem „ganz persönlichen Bild vom Leben in der DDR“ gefragt. 66 Prozent gaben an, den Arbeiter- und Bauernstaat „in hohem Maße“ mit Vollbeschäftigung zu verbinden.

Joachim Gauck, einst Chef der Stasi-Unterlagenbehörde und heute Bundespräsident, warnte immer wieder davor, die DDR zu verklären: Nach der Nazi-Zeit hätten manche gesagt, unter Hitler sei nicht alles schlecht gewesen – und auf Autobahnen und Vollbeschäftigung verwiesen, erklärte er 2010 im Deutschlandfunk. Bei der DDR „musst du nur Autobahnen durch Kindergärten und Kinderkrippen ersetzen und Vollbeschäftigung dazu stellen“.

Die Rechtslage

In der DDR-Verfassung war das Recht auf Arbeit festgeschrieben. Darauf weist User Luca Falcone hin. Zugleich sah Artikel 24 auch eine Pflicht zur Arbeit vor:

(1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation. Er hat das Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit. Mann und Frau, Erwachsene und Jugendliche haben das Recht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.

(2) Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.

(3) Das Recht auf Arbeit wird gewährleistet
durch das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln;
durch die sozialistische Leitung und Planung des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses;
durch das stetige und planmäßige Wachstum der sozialistischen Produktivkräfte und der Arbeitsproduktivität;
durch die konsequente Durchführung der wissenschaftlich-technischen Revolution;
durch ständige Bildung und Weiterbildung der Bürger und durch das einheitliche sozialistische Arbeitsrecht.

Wer nicht arbeiten wollte, musste mit harten Strafen rechnen. Paragraf 249 des DDR-Strafgesetzbuchs regelte die „Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch asoziales Verhalten“:

(1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdet, dass er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, oder wer der Prostitution nachgeht oder wer sich auf andere unlautere Weise Mittel zum Unterhalt verschafft, wird mit Verurteilung auf Bewährung oder mit Haftstrafe, Arbeitserziehung oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.

(2) In leichten Fällen kann von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abgesehen und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.

(3) Ist der Täter nach Absatz 1 oder wegen eines Verbrechens gegen die Persönlichkeit, Jugend und Familie, das sozialistische, persönliche, oder private Eigentum, die allgemeine Sicherheit oder die staatliche Ordnung bereits bestraft, kann auf Arbeitserziehung oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.

Nach diesem „Asozialen-Paragrafen“ wurden jährlich mehrere tausend Personen verurteilt. „Im Jahr 1973 gab es über 14.000 und im Jahr 1980 gut 13.000 Verurteilungen; in den anderen Jahren pendelte die Zahl der Verurteilungen in der Regel zwischen 5.000 bis 10.000“, schreibt der Politikwissenschaftler Prof. Klaus Schroeder in seinem Buch „Der SED-Staat“. Der Paragraf sei auch angewandt worden, um politisch motivierte Verurteilungen zu kaschieren, etwa bei Adoptionen oder Heimeinweisungen von Kindern ohne Einwilligung der Eltern.

Stimmt es, dass es in der DDR keine Arbeitslosen gab?

Eine Arbeitslosenstatistik gab es in der DDR nicht. Erfasst wurde nur die Zahl der Erwerbstätigen. Die lag 1989 bei gut 8,5 Millionen. Damit gingen 80,8 Prozent der DDR-Bürger im erwerbsfähigen Alter arbeiten. Tatsächlich dürfte die Zahl noch höher liegen, da Lehrlinge und Beschäftigte in Bereichen, die der Geheimhaltung unterlagen – wie Polizei, Armee und Staatssicherheit – in diese Rechnung nicht einflossen. Zum Vergleich: In der Bundesrepublik lag die Erwerbstätigenquote 1989 bei 64 Prozent.

Infografik mit Klick öffnen: Wie viele Menschen in der DDR Arbeit hatten (Quelle: ZDF)
  • Infografik: Wie viele Menschen in der DDR Arbeit hatten (Quelle: ZDF)
  • Infografik: Wie viele Menschen in den neuen Bundesländern Arbeit haben (Quelle: ZDF)

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Aber heißt das auch, dass es keine Arbeitslosen gab? Die #ZDFcheck-User haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht. So schreibt Angelika Duffke: „Es gab auf jeden Fall Arbeitslose, nur wurde das nicht an die große Glocke gehängt. Ich selbst war drei Monate arbeitslos.“ Auch anselm2003 und Sylvia Horlacher berichten von Arbeitslosen in ihrer Familie und sutoka schreibt, dass sie sich täglich 7,50 Mark beim Rat der Gemeinde abholen konnten. Thomas Voigt hingegen berichtet, in der DDR keinen Arbeitslosen kennen gelernt zu haben und Califax75 weist auf die Pflicht zur Arbeit hin: „Arbeitsunwillige oder Alkoholiker wurden von den Kollegen oder Betriebsleitern von zu Hause abgeholt. (…) Das Thema Arbeitslosigkeit war in der DDR extrem selten und ist nicht mit der BRD vergleichbar. Zumeist ist es auf politische Gründe wie zum Beispiel Ausreiseanträge oder eigenes bewusstes Fernbleiben von der Arbeit zurückzuführen.“

Um einzuschätzen, wie viele Menschen in der DDR arbeitslos waren, hat der #ZDFcheck drei Experten gefragt (bitte auf die Bilder klicken):

Die Experten sind sich einig: Es gab in der DDR so gut wie keine Arbeitslosen – allerdings war Unterbeschäftigung weit verbreitet. Wie sich das im Arbeitsalltag auswirkte, schilderte die Journalistin Irene Böhme 1983 in der ZDF-Sendung „Kennzeichen D“:

 

Arbeitslosigkeit war also für die meisten DDR-Bürger ein Fremdwort. Im Mai 1990, als es schon erste Entlassungswellen gegeben hatte, bezifferte das ifo-Institut die Arbeitslosenquote in der DDR auf 1,1 Prozent. Damit lag sie weit unter der Marke von zwei Prozent, die nach westlichen Maßstäben noch als Vollbeschäftigung gilt. Vor diesem Hintergrund zieht der #ZDFcheck den Schluss: Es stimmt, dass es in der DDR keine Arbeitslosen gab.

Das #ZDFcheck-Fazit

In der DDR herrschte Vollbeschäftigung - ein wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel war erreicht. Der Mythos, dass es in der DDR keine Arbeitslosen gab, stimmt. Doch nicht jeder, der einen Arbeitsplatz hatte, hatte auch wirklich etwas zu tun. Mit dem Recht auf Arbeit war die Pflicht zur Arbeit verbunden - wer keine Stelle annahm, dem drohte Gefängnis. Und die DDR-Planwirtschaft war deutlich weniger produktiv als die westliche Marktwirtschaft, der Lebensstandard der Bevölkerung niedriger. Somit hatte die eigentlich positive Errungenschaft Vollbeschäftigung in der DDR viele Schattenseiten.


Lesen Sie hier den heute.de-Artikel zum Check und sehen das Video aus dem ZDF mittagsmagazin:



Dieser #ZDFcheck wurde beendet. Die Redaktion hat ein Fazit gezogen. Vielen Dank an alle Helfer für die Hinweise und Beteiligung.

Insgesamt 33 Hinweise

  1. Alle größeren Betriebe waren volkseigene Betriebe, abgekürzt VEBs, ab 1972 auch fast alle kleineren. Das bedeutete, diese Betriebe gehörten dem Staat und unterstanden den jeweiligen Ministerien. Jeder Betrieb arbeitete nach einem Volkswirtschaftsplan, in dem bereits im Vorfeld der Materialbedarf, Personalbestand, Produktionsausstoss und sogar Gewinn geplant und bilanziert war. Alle Ausgaben wurden letztlich durch den Staatshaushalt gedeckt und die Gewinne flossen dahin wieder zurück. Finanzielle Schwierigkeiten oder ein Pleitegehen eines volkseigenen Betriebes war nicht möglich. Dadurch konnte es auch keine Massenentlassungen, Massenarbeitslosigkeit oder konjunkturellen Schwankungen geben. In Strukturschwachen Regionen konnte der Staat gezielt Arbeitsplätze durch einen neuen Betrieb schaffen. Auch der Arbeitskräftebedarf und Bedarf an Schulabgängern bzw. Lehrlingen oder Hochschulabsolventen konnte relativ genau geplant werden. Das war tatsächlich ein Vorteil der Planwirtschaft.
    Die Nachteile, wie mangelnde Flexibilität, Misswirtschaft oder mangelnde Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative, sind bekannt.

  2. Ich war zwar noch recht jung(zweiundzwanzig),als die DDR aufhörte zu existieren aber einen Arbeitslose habe ich bis dahin noch nicht kennengelernt.Dazu muß ich sagen, ich komme aus einer Kleinstadt.Ich denke aber,dass es keinen großen Unterschied zu Großstädten gab.Außerdem hätte man sich doch nicht so viele ausländische Arbeitskräfte(Vietnamesen) ins Land geholt.Fast jeder größere Betrieb hat welche ausgebildet.

  3. Der DDR-Staat wachte darüber, dass man kaum eine Chance hatte arbeitslos zu werden oder zu bleiben. Kündigte man aus eigene Initiative bei seinem Betrieb, und wurde die Kaderakte (Personalakte) nicht innerhalb von einigen Wochen von einem neuen Betrieb angefordert, so wurde der Rat der Stadt, Abt. Inneres informiert. Dort musste man dann mit seinem SV-Buch erscheinen. War dort kein neues Arbeitsverhältnis eingetragen, so mußte man sich einigen unangenehmen Fragen stellen. Erfolgte keine Arbeitsaufnahme oder konnte kein Nachweis des Lebensunterhalts erfolgen zB Lottogewinn oder Erbe, so konnte eine Arbeitsstelle zugewiesen werden, oder andernfalls kam sogar Knast in Frage. (sog. Assi-Paragraph §249 StgB) Arbeitsunwillige oder Alkoholiker wurden von den Kollegen oder Betriebsleiter von zu Hause abgeholt. Man muss außerdem bedenken, dass an allen Ecken und Enden in der DDR Arbeitskräfte gefehlt haben oder gesucht wurden, qualifizierte Kräfte aber auch viele Tätigkeiten für Ungelernte. Das Thema Arbeitslosigkeit war in der DDR extrem selten, und ist nicht mit der BRD vergleichbar. Zumeist ist es auf politische Gründe wie zB Ausreisanträge, oder eigenes bewußtes Fernbleiben von der Arbeit zurückzuführen.

    • Zitat: „Erfolgte keine Arbeitsaufnahme oder konnte kein Nachweis des Lebensunterhalts erfolgen zB Lottogewinn oder Erbe, so konnte eine Arbeitsstelle zugewiesen werden, oder andernfalls kam sogar Knast in Frage. (sog. Assi-Paragraph §249 StgB) Arbeitsunwillige oder Alkoholiker wurden von den Kollegen oder Betriebsleiter von zu Hause abgeholt.“
      Interessant! Demnach gab es auch in der DDR die Möglichkeit, der Arbeitspflicht zu entgehen, wenn man Vermögen hatte (Lotto, Erbschaft).

  4. Ja, in der DDR gab es Arbeitslose. Meine Schwiegermutter war aufgrund eines Ausreiseantrages für ca. 2 Jahre von der Arbeit suspendiert, rausgeschmissen, mit einem Arbeitsverbot bestraft worden oder wie auch immer man das nennen will. Sie durfte nicht arbeiten und musste von den Allmosen ihrer Verwandschaft leben.

  5. Meine Mutter war Arbeitslos. Ich weiß was hungern(nicht mal nur etwas weniger, sondern wirklich hungern) zu DDR-Zeiten bedeutete.
    Ein solches finanzielles Auffangbecken, wie heutzutage, gab es zu DDR-Zeiten nicht.

  6. Offiziel gab es keine Arbeitslosen in der DDR. Und doch gab es sie. Täglicher Empfang beim Rat der Gemeinde des Tagessatzes von 7,50 Mark. Da ließ es sich gut von leben. Ich kann mich noch gut daran erinnern: Wir hatten einen Kollegen, der sehr gern dem Alkohol nachgab und laufend Fehlschichten fuhr. Ich habe mit diesem Kollegen das komplette Arbeitsgesetzbuch durchgeackert. Nach allen erdenklichen Disziplinarmaßnahmen haben wir ihn dann entlassen. Nach zwei Stunden standen ein paar SED-Bonzen vom Rat des Kreises auf der Matte und ordneten uns an, diesen Mann sofort wieder einzustellen. Grundsatzdiskussion erforderlich war ihr Fazit.

  7. Irgendwas hat jeder gefunden, oft zwar nicht das was attraktiv war und man selbst gerne wollte. Dafür waren Jobwechsel ohne einschlägige Erfahrung möglich. Der Arbeitskräfte- bzw. Fachkräfte-Mangel war das wesentlich größere Problem. In vielen Bereichen wurde teilweise mit Ungelernten improvisiert. Und auch als Schüler hat man jederzeit alle möglichen Jobs bekommen, z.B. Krankenhaus als Stationshilfe in OP, ITS und Notaufnahme.

    • „In vielen Bereichen wurde teilweise mit Ungelernten improvisiert“

      Diese Aussage kann nur der/die Jenige bekräftigen, der/die auch in vielen Bereichen Erfahrungen gesammelt hat.

  8. Ich kann mich nicht an Arbeitslose erinnern. Ich kannte keine Arbeitslosen.

  9. Ja. Zur Berichtigung: In der DDR hatte jeder Bürger das Recht und die Pflicht auf Arbeit, das bedeutet erst das Recht dann die Pflicht. Habe ich keine Arbeite wurde man verpflichtet, arbeit gibt es immer.

  10. Es gab auf jeden fall Arbeitslose nur wirde das nicht an die Große Glocke gehängt. Ich selbst war drei Monate arbeitslos.Anders wie heute versuchten aber die Mitarbeiter auf dem Amt das man so schnell wie möglich wieder Arbeit bekam.

  11. Ich habe in der Gastronomie gearbeitet.In dieser Berufsbranche mangelte es stetig an Arbeitskräften!Sodass ich oftmals an meinen freien Tagen gearbeitet und mich dabei gefragt habe: „wo asind nur die Leute“? Wieso will Keiner am Wochenende arbeiten? In unseren Betriebsversammlungen wurde zu dieser Zeit (in den Jahren so ab 1973 bis?) nach den Ursachen gesucht und über die Fluktuation aus der Gastronomie diskutiert. Kurzum, uns fehlten die Arbeiter. Fazit: wer also arbeitslos gewesen wäre? hätte zu uns in die Gastronomie kommen können!

  12. Es gab in der DDR keine Arbeitslosen, es gab aber welche die nicht arbeiten wollten, Arbeitslosengeld gab es nicht und Schmarotzertum wurde nicht geduldet,

  13. Ich bin im Dienstleistungsgewerbe tätig. Was hier im westen von Deutschland seit 1989 abläuft spottet jeder Beschreibung ,einfach grauenhaft.In Mitteldeutschland musste jeder arbeiten, Leute wurden zur arbeit abgeholt wenn die mal verschlafen hatten,z.B. Das hing aber wirtschaftlich mit der DM zusammen.

    (Der Beitrag wurde editiert)

  14. In Artikel 24 war das Recht auf Arbeit festgeschrieben. Einem Arbeitnehmer konnte also normalerweise nicht gekündigt werden, ohne dass ihm ein Ersatz angeboten wurde. Das führte Unterbeschäftigung und sinnlose Tätigkeiten, wodurch offiziell keine Arbeitslosigkeit existierte. Man kann das Phänomen, dass Menschen in Betrieben in großem Umfang beschäftigt wurden, auch wenn sie im Prinzip nicht gebraucht wurden, jedoch als verdeckte Arbeitslosigkeit ansehen. Manche Forscher gehen hier ausgehend von verschiedenen Wirtschaftsdaten von bis zu 15% aus.
    Außerdem gab es auch das Phänomen, dass Menschen keine Arbeit gegeben wurde, weil sie zum Beispiel einen Ausreiseantrag gestellt haben oder aus anderen Gründen als politisch unzuverlässig angesehen wurden. Ähnlich sah es mit Künstlern aus, die nicht mehr auftreten durften, Schriftstellern, die nichts mehr veröffentlichen durften oder Lehrern, die aus dem staatlichen Schuldienst entfernt worden waren.

  15. Im Prinzip gab es keine Arbeitslosen. Wenn jemand arbeiten wollte hat er auch einen Arbeitsplatz erhalten. Es gab aber auch in der DDR Zeitgenossen, die von Arbeit nicht viel hielten und sich dem Arbeitsleben entsagten.

  16. Es in der DDR offiziell keine Arbeitslosen gegeben hatte, es dort die Pflicht zur Arbeit bestanden hatte …
    Da es sich, um den Arbeiter und Bauernstaat gehandelt hatte … Es jedoch dort Berufsverbote gegeben hatte, gerade für die, als Klassenfeind bezeichneten und abgestempelten Leute, welche auch nicht Partei zugehörig sein wollten … Hier ist der passende Link: http://www.zeit.de/1984/21/das-dicke-ende-kommt-erst-noch

  17. Ja es gab Arbeitslose, Assoziale, und Kurzarbeiter.
    Es gab aber auch das Sozialamt, wo der Familienbedarf errechnet wurde, und wenn nötig Zuzahlungen geleistet wurde die man nicht zurückzahlen mußte.

  18. Stimmt, aber das war ja auch mit ein Grund für das Dilemma. Alle sollten Arbeit haben egal was. Dadurch war absehbar, das dies auch zur Pleite führen musste. Es war und wird nie Arbeit für Alle geben.

  19. Die staatliche Statistik der DDR hab in der Tat keine Arbeitslosen an. Tatsache ist aber auch, dass viel Menschen arbeitslos waren oder nicht arbeiten wollten. Diese wiederum wurden dann auch zur Zwangsarbeit herangezogen, z.B. beim Bau oder der Ausbesserung der Transitstrecken oder andere öffentliche Tätigkeiten.

  20. Natürlich gab es Arbeitslose. Diesen wurden dann meist Arbeitsplätze zugewiesen. Ob man die wollte, war egal. Und spätestens, wenn mann Kritik geübt hat, war man seinen Job los.

  21. Ich habe eine große Verwandschaft. Wir sind 10 Geschwister mit Ehepartnern, Kindern, Freunden…
    Mir ist kein Fall von Arbeitslosigkeit bekannt geworden. Ich bin immer davon ausgegangen, dass Jeder, ob Mann oder Frau, arbeiten gegangen ist.
    Wer aussteigen wollte wurde zur Arbeit gedrängt. Sicherlich war es besser sich eine Arbeit zu suchen, die einem auch interessierte, anstatt sich vermitteln zu lassen.

  22. Es stimmt schon. Es hat jeder einen Ausbildungsplatz bekommen – meist sogar den „Wunschberuf“ und Angst um seinen Arbeitsplatz mußte auch keiner haben.
    Ich (Jahrgang 1949) bin in der DDR aufgewachsen. Der typische Werdegang: Kindergarten, Junger Pionier, FDJ-ler, Ausbildung, Fernstudium und dann leitende Funktion. Aus familiären Gründen sind wir vor der Grenzöffnung in die BRD „ausgereist“.
    Trotz Vorlage meiner Abschlüsse und Nachholen des Studiums verschiedener Fächer gelang es mir, einer Frau nicht in die „Führungsetage“! Da waren nur Männer! Das war in der DDR anders.

  23. Das wird wohl so dort gewesen sein,natürlich, inoffiziell, denn die Betonung liegt auf Arbeiter und Bauernstaat, es dort lauter Volkseigene Ernten und Betriebe gegeben hatte … Nur was haben die Ladenbesitzer gemacht, wenn es nix mehr zu kaufen gegeben hat ??? Die haben sich sicherlich mit der Buchhaltung und sonstigem beschäftigt … Es dort auch Berufsverbote gab, wenn jemand nicht für die Partei gewesen ist. Es dort auch sicherlich Arbeitslager gegeben hat, man diese vielleicht nur anders genannt hat … Hier ist der passende Link hierzu:http://www.zeit.de/1984/21/das-dicke-ende-kommt-erst-noch

  24. Ich selbst war in den jahren 1982 und 1983 trotz intensiver bemühungen ,und einer abgeschlossenen berufsausbildung insgesamt ca. 16 monate arbeitslos.im jahr 1983 wurde mir eine arbeit in meinem ausbildungsbetrieb zugewiesen.im november 1983 gelang es mir schließlich über sehr gute private konntakte endlich einen ordentlichen arbeitsplatz zu erhalten.
    während der zeit der arbeitslosigkeit erhielt ich keinerlei unterstützung.da ich noch bei meinen eltern lebte.ich weiss aber von anderen betroffenen dass sie monatlich eine unterstützung in höhe von 150 ddr mark erhielten,diese aber wieder zurückzahlen mussten.

  25. Ich kann mir vorstellen, dass es Arbeitslosigkeit gab. Als ich mit meinem 2.Sohn überraschend schwanger wurde, befürchtete ich, das Studium abbrechen zu müssen. Ich ging zum Arbeitsamt um mich zu erkundigen. Und ja, mir wurde sogar etwas angeboten. Aber als man hörte, dass ich schwanger bin, gab man mir keine Chance. Ich habe dann das Studium doch fortsetzen können, mit zwei Kleinen Kindern.

  26. Es gab Arbeitslosigkeit auch in der DDR. Das weiß ich deshalb weil meine Schwägerin eine Zeitlang arbeitslos war. Es gab allerdings nur nur sehr wenig Geld und das mußte Sie auch wieder zurückzahlen. Dazu wurde Ihr auch Arbeit zugewiesen. Mehr als nur minimal bezahlt.

  27. Natürlich gab es Arbeitslose besonders da das System Gegner keine Arbeit machen ließen.Da auch die Gesetzgebung mit dem Assozialengesetz dann Gründe hatte die Gegner ein zu sperren.Das System ließ Menschen nicht atmen und es war Ihnen egal ob Kinder da waren die Versorgt werden mussten.

    • Hallo Herr Seim,

      wir haben Ihren Beitrag zum ZDFcheck erhalten, toll, dass Sie mitmachen. Schön wäre es, wenn Sie Ihre Aussagen mit Belegen untermauern würden (Links, Quellenangaben etc.). Denn wir wollen ja Thesen checken und nicht nur Meinungen transportieren. 😉

      Viele Grüße und machen Sie weiter mit bei uns mit.

      Viele Grüße aus Mainz

      ZDFcheck-Team

    • Hallo Herr Seim,
      hier muss ich Ihnen recht geben,das System war Gnadenlos gegenüber anders denkenden und hat einfach weggesperrt.
      Und der Rest der Arbeitslosen nannte sich Stellvertreter vom Stellvertreter des Stellvertreters und saß in irgendeinem Amt und hielt Maulaffenfeil,und heute sitzen die in Firmen(…) und tun wieder Maulaffenfeil halten.Eine Schande,aber auch ein Zeichen ,wessen Eltern`s Kinder heute Chef spielen und solche Leute eingestellt haben….

  28. Ich denke, dass man das differenziert betrachten muss. In der Statistik gab es keine Arbeitlosen, aber es gab sehr viele Beschäftigte, die in einem wirtschaftlich geführtem System zuhause gesessen hätten. Dies waren künstlich geschaffene Arbeitsverhältnisse, die letztendlich der Wirtschaft mehr geschadet haben. Annett M.

    • Meine Mutter war Arbeitslos. Ich weiß was hungern(nicht mal nur etwas weniger, sondern wirklich hungern) zu DDR-Zeiten bedeutete.
      Ein solches finanzielles Auffangbecken, wie heutzutage, gab es zu DDR-Zeiten nicht.

In der DDR gab es keine Arbeitslosen – Stimmt - Stimmt

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