27.10.2014

In der DDR gab es keine Bananen – Stimmt nicht

Sie ist das Symbol der DDR-Mangelwirtschaft: die Banane. Stundenlanges Anstehen, um einmal im Jahr ein paar der begehrten „Südfrüchte“ bekommen zu können … so soll die DDR-Wirklichkeit ausgesehen haben. Das #ZDFcheck-Fazit: stimmt nicht.

Mythos:

In der DDR gab es keine Bananen.

Bisherige Rechercheergebnisse:

So funktioniert's

Der Mythos

Das „abgegriffenste Ostklischee-Symbol“ hat sie die taz 2009 genannt, Dutzenden Witzen gab sie die Grundlage und im Herbst 1989 drückten die Westberliner sie den ankommenden DDR-Bürgern oft ungefragt in die Hand: die Banane. Es sollte eine freundschaftliche Geste sein. Denn Bananen habe es in der DDR ja nicht gegeben, so der Mythos – der sich bis heute hält und nur selten hinterfragt wird. Den vielleicht größten Einfluss darauf hatte ein Cover der Satirezeitschrift „Titanic“ aus dem November 1989: Es zeigt eine angeblich ostdeutsche Frau, eine wie eine Banane geschälte Gurke haltend, unterschrieben mit: „Zonen-Gaby – meine erste Banane“. Das Cover zählt längst zum gesamtdeutschen Kulturgut und etablierte dabei den weitverbreiteten Mythos, dass es in der DDR keine Bananen gegeben habe.

Stimmt es, dass es in der DDR keine Bananen gab?

Sie hat keinen Bogen um die DDR gemacht: Im Arbeiter- und Bauernstaat gab es Bananen. Allerdings gab es nie ein flächendeckendes Angebot an diesen Südfrüchten – wie viele User in den Kommentaren erinnern. Die DDR-Bürger mussten deshalb die wenigen Gelegenheiten im Jahr trickreich nutzen, um eine limitierte Menge kaufen zu können: Die Banane war heißbegehrte Mangelware. Der Mangel wird von Berechnungen des Potsdamer Wirtschaftshistorikers Matthias Judt bestätigt. Auf Grundlage der Daten des DDR-Ministeriums für Handel und Versorgung zeigen sie, dass die DDR im Jahr 1978 immerhin 6,3 Kilo Bananen pro Bürger importierte. 1988 sank diese Quote auf nur noch 2,8 Kilogramm pro Kopf. Andere Berechnungen kommen auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von etwas über vier Kilogramm Mitte der achtziger Jahre. Im internationalen Vergleich war das sehr wenig. Die Bundesrepublik importierte 1984 neun Kilogramm pro Kopf, Frankreich acht Kilogramm. 2013 aßen die Bundesbürger im Durchschnitt rund 10,5 Kilogramm.

Verschärfend kam hinzu, dass die ohnehin geringe Menge an Bananen in der DDR auch noch ungerecht verteilt wurde. So wurden die Städte im Vergleich zu den ländlichen Regionen bevorteilt. Ein Eindruck, den unter anderen auch User Thomas Voigt bestätigt. Das lag zum einen daran, dass auf dem Land die Versorgungslage generell schlechter war als in den Städten. Außerdem unterlag die Verteilung der Bananen wie bei anderen knappen Gütern auch einer „geografischen Hierarchisierung“, wie Matthias Judt im Interview mit dem #ZDFcheck ausführt. Sie wurden bevorzugt nach Berlin oder während der internationalen Messen nach Leipzig geliefert. Denn als sozialistische Schaufenster sollten diese Städte den ausländischen Besuchern die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit des sozialistischen Systems demonstrieren.

 

Neben dem Stadt-Land-Gefälle hatte noch ein weiterer Faktor Einfluss auf das Bananenangebot. Vor anstehenden Festtagen oder politischen Ereignisse (wie etwa dem Besuch von Helmut Schmidt in Güstrow 1981, auf den Kathrin Hett hinweist) sowie zur Urlaubszeit wurde das Angebot aufgestockt. Die SED-Führung versuchte so, mit einer konzentrierten Versorgung den Unmut in der Bevölkerung über das dürftige Warenangebot zu verringern. Schließlich hatte sie, wie zuvor Bundeskanzler Konrad Adenauer auch, den Stellenwert der Südfruchtversorgung als politisches Instrument erkannt. So wurden während der Sommerurlaubssaison verstärkt Bananen an die Ostseeküste geliefert, im Winter verstärkt in den Thüringer Wald. Matthias Judt weist daraufhin, dass bis in die Mitte der siebziger Jahre ein Teil der sogenannten „Festtagsversorgung“ aus Häftlingsfreikäufen finanziert worden ist. Ein drastischer Beleg dafür, dass die Staatsführung auch in wirtschaftlich prekärer Lage eine grundlegende Fruchtversorgung mit allen Mitteln garantieren wollte.

Wie so vieles in der DDR lässt sich die grassierende Unterversorgung mit Bananen und anderen exotischen Früchten durch die Mangelwirtschaft erklären, welche die DDR nach einhelliger Historikermeinung war. Sie verbrauchte ihre begrenzten Ressourcen für das umfassende Sozialsystem und den im Vergleich zur Zahl ihrer Bewohner riesigen Sicherheits- und Militärapparat. Da die DDR unter Erich Honecker bereits massiv verschuldet und – zwischenzeitlich kurzzeitig vor der Zahlungsunfähigkeit stehend – um Schuldenabbau bemüht war, mussten die wenigen Devisen am internationalen Markt für wichtige Wirtschafts- und Produktionsgüter wie Maschinen und Rohstoffe aufgewendet werden. Da immer weniger blieb, um exotische Früchte wie Bananen zu kaufen, ging deren Importquote in den achtziger Jahren stark zurück. Parallel zur wirtschaftlichen Talfahrt der DDR sanken auch die Bananenimporte.

Bilderserie Öffnen
  • DDR: Menschenschlange vor einem Obstladen in Berlin (Quelle: Caro/Page Pijorr)
  • Am Tag nach der Maueröffnung nutzen einige DDR-Bürger ihr Begrüßungsgeld zum Obst-Einkauf (Quelle: imago)
  • Titanic-Cover: "Zonen-Gaby im Glück" (Quelle: dpa)
  • Erster DDR-Lebensmittelsupermarkt im westlichen Stil (Quelle: Wolfgang Weihs)
  • PDS-Plakat für die DDR-Volkskammerwahlen 1990 (Quelle: Günther Schäfer)
  • Karikatur von 1989 (Quelle: Klaus Stuttman)

Wie groß der Mangel war, zeigten die langen Schlangen kaufwilliger DDR-Bürger vor den Geschäften, wenn die begehrten Früchte doch einmal angeboten wurden. Die permanente Knappheit und das überdurchschnittliche Verlangen der DDR-Bürger in den Wendejahren begründeten die heutige Stellung der Banane als Wende-Ikone und manifestierten ihren Ruf, ein politisches Symbol zu sein.

Das #ZDFcheck-Fazit

Das Fazit ist eindeutig: Der Mythos, dass es in der DDR keine Bananen gegeben habe, stimmt nicht. Die vielen Hinweise der User waren bereits ein deutlicher Beleg dafür, dass die bis heute bei den Deutschen besonders beliebte Frucht durchaus auch in der DDR zu bekommen war. Allerdings war diese permanent knapp und für die meisten nur zu bestimmten Zeiten zu bekommen. Studien und Berichte belegten, wieso die Banane zur Symbolfrucht der Wende wurde: Während sie in den meisten Teilen der Welt trotz ihrer exotischen Herkunft ausreichend verfügbar war, konnte sich die zunehmend herabgewirtschaftete DDR diesen „Luxus“ nicht mehr leisten. Die permanente „Bedarfslücke“ im Bananenregal fokussierte den Blick der DDR-Bürger auf den weitreichenden Warenmangel in ihrem Land und schürte den Unmut, der wohl großen Anteil am Untergang der DDR hatte.


Das Fazit des #ZDFcheck-Teams lautet also: Dass es in der DDR keine Bananen gab – stimmt nicht.


Lesen Sie hier den heute.de-Artikel zum Check und sehen Sie hier das Video:



Dieser #ZDFcheck wurde beendet. Die Redaktion hat ein Fazit gezogen. Vielen Dank an alle Helfer für die Hinweise und Beteiligung.

Insgesamt 42 Hinweise

  1. Ich habe in Leipzig bis 1989 bei der Müllabfuhr/Tonne/Max-Liebermannstrasse gearbeitet. Dort haben wir so aller 3 Monate Bananen bekommen.
    Ledige bekamen weniger, Verheiratete mit Kind dementsprechen mehr.
    Die korrekte und gerechte Zuteilung nahm unser Meister vor.

  2. Also ich habe in der DDR auch hin und wieder Bananen gegessen. Gab halt nicht immer welche, aber niemand hätte eine Gurke für ’ne Banane gehalten…

  3. in berlin gabs alles. aber nicht immer…
    wir haben aber immer, wenn wir zu meinen großeltern ins mecklenburgische (damals bezirk schwerin) gefahren sind, den kofferraum unseres trabbis mit „spee gekörnt“, h-milch und papiertaschentüchern beladen.
    klar, berlin war unser „schaufenster“.
    😀

  4. Quatsch – hängt das Leben von Bananen ab .
    Es gab hin und wieder Bananen. Man muss sich diese eben auch leisten können. Es gab aber keine „Tafeln“ etc.

  5. Alles was man in der DDR nicht anbauen konnte war im Konsum oder in der HO schwer zu bekommen.Also Melonen gabs nur im August,so zwei, drei Wochen.Ob es regelmäßig Bananen gab, weiß ich nicht mehr.Es war jedenfalls sehr selten.Ich weiß aber auch, dass es große Unterschiede in der Versorgung gab.Der ländliche Raum kam dabei etwas schlecht weg.Was ich aber in dem Zusammenhang noch hervorheben möchte ist, dass die Semmeln und auch teilweise das Brot wesentlich besser waren.

  6. Habe mich informiert und soeben festgestellt, dass es in der DDR auch so gut wie keinen Kakao oder Trinkschokolade, gegeben hatte … Und wenn hat man sich eine vermeintliche Schokolade aus irgendwelchen anderen Rohstoffen zusammen gemixt … (Dieser Beitrag wurde editiert)
    Und hier habe ich den passenden Link dazu, welcher erklärt, welche Produkte, die DDR verwendete,um eine Schokoimitation herzustellen, welche nur wie Schokolade ausgesehen hat, jedoch keine war und nicht unbedingt so schmeckte :
    http://www.kakao.de/kakao-geschichte/

  7. In der DDR hatte man statt Bohnenkaffee – Mukkefukk
    (auch unter Erich´s Dröhnung, aehm Krönung bekannt) getrunken, wenn kein Bohnenkaffee da gewesen ist oder man ihn sich nicht leisten konnte …
    Hier habe ich den entsprechenden Link dazu:
    http://www.helmutcaspar.de/aktuelles14/museen14/erichskr.html

  8. Zwei Apfelsinen im Jahr und zum Parteitag Bananen, und alle Menschen rufen hurra, der Kommunismus ist da. Das war so eine lustige Hymne bei uns. Sicherlich gab es Bananen und andere Südfrüchte. Aber sie gab es nur in Berlin. In den Wintermonaten gab es diese auch mal auf dem Lande. Und dann auch nur auf Zuteilung. Sechs Familienmitglieder bekamen sechs Bananen. Ich mußte dann immer mit meinem kleinen Bruder im Kinderwagen durch das ganze Dorf von KONSUM zu KONSUM und von HO zu HO latschen und diese Südfrüchte erkämpfen. Furchtbar war das.

  9. Bananen und Zitrusfrüchte gab es zwar eher selten, aber es gab sie.

  10. Also ich kann mich kaum erinnern je im Obstladen Bananen gesehen zu haben. Höchstens einmal jedes Jahr kurz vor Weihnachten mit langen Warteschlangen. Natürlich kamen ab und zu in meiner Heimatstat Rostock Schiffe mit Bananen an. Es waren aber so Wenige, dass davon kaum etwas in den Läden landete.

    Meine ältere Schwester hat mal in den Ferien in den 70er Jahren im Rostocker „Bananenkeller“ gearbeitet. Dort wurden, tatsächlich in einem dunklen Keller in der Altstadt, die Südfrüchte kontrolliert und die Schlechten aussortiert. Ihrem kleinen Bruder hat sie dann abends immer ein paar aussortierte Exemplare mitgebracht. Seitdem liebe ich überreife und braune Bananen.

  11. Bananen und Apfelsinen gab es, wenn auch selten. Vor allem in Berlin in der Vorweihnachtszeit gab es beides ohne Anstehen und so viel man wollte. Jedenfalls hat sich meine Familie dort für Weihnachten eingedeckt und Andere mitversorgt.

    Aber auch in Kindergärten und bei der Schulspeisung gab es regelmäßig Bananen oder Apfelsinen als Nachtisch, mehrmals im Schuljahr und nicht nur zu Weihnachten.

  12. also in ost-berlin gab es jederzeit bananen. allerdings sah das ausserhalb schon ganz anders aus. generell war die versorgung mit lebensmitteln und konsumgütern in der hauptstadt besser.

  13. Natürlich gab es keine Bananen und keine Orangen und keine Nylon-Strümpfe und keine Kassetten! Jedesmal wenn wir rübergefahren sind, war unser Auto voll davon und man hat sich drum geschlagen wenn wir angekommen sind! Ich habe damals kein Danke gehört, nur „Das ist für mich“! Und für das Ost-Geld, das wir tauschten mussten, bekam man nichts! Ich erinnere mich nur an egoistische Verwandte, die jedes Jahr ihr Paket verlangten!

    • NylonStrümpfe vielleicht nicht, aber Perlon 😉
      Es gab Äpfel, Pfirsiche, Pflaumen, Birnen, Weintrauben, Erdbeeren u.s.w. und alles BIO … aus den eigenen Gärten.
      Ich war 1988 auf der Leipziger Messe … wieder zu Hause habe ich geheult, denn ich bekam zu sehen, was bei uns, für den Export in die BRD, hergestellt wurde.

  14. Es gab Bananen eigentlich extrem selten. Ich meine meist um die Weihnachtszeit und in begrenzter Menge. Zumindest wenn man außerhalb von Berlin wohnte.

  15. Ich habe hier jede Menge Beiträge gelesen und muß vielen von ihrer Betrachtungsweise auch Recht geben. Nur von Prügeleien um Obst habe ich nichts gesehen oder gehört.
    Zu den Bananen möchte ich folgendes sagen:
    Ich war damals personengebundener Fahrer des stellvertretenden Generaldirektor der Firma „Fruchtimex“ in Berlin. Über diese Firma und nur über diese wurden mit unseren Sogenannten Bananendampfern ständig diese Früchte importiert. Mit meinem Chef war ich regelmäßig, wenn unsere Schiffe im Rostocker Hafen lagen, dort bei Interkontrol. Die Verteilung auf die Bezirke war wohl nicht als gerecht zu bezeichnen. Den Schlüssel dafür kannte ich aber auch nicht. Fest steht, daß nicht genug Bananen und überhaup Südfrüchte importiert wurden. Ein Grund ist, und das ist meine private Meinung, es hätte zu viel Valutamark gekostet. Dazu kommt, daß aus Unkenntnis der Lagerverwalter in vielen Lagern die Bananen verdorben sind, weil sie gelagert und nicht gereift wurden.
    Nach zwei Jahren meiner Tätigkeit hat die Parteileitung festgestellt, daß doch ein Parteigenosse meine Stelle ausfüllen müßte – und ich war draußen.

  16. Ich bin zu meinem Glück in Berlin aufgewachsen und da gab es ofter mal Bananen, Ich habe aber auch Verwandschaft auf dem Land gehabt, dort gab es einmal in der Woche Fleisch und Bananen und anders Obst nur 2 mal im Jahr.

  17. Den beschissensten Satz den ich in der DDR gehört habe war:,, …wir Brauchen nichts aus dem Westen,wir können im Delikat einkaufen……..,,
    Ein NVA-Offizier.
    1 Dose Annanas=18,00 Mark
    1 Miete 3 Zimmer)=25,00 Mark
    usw.usw.
    P.S.in der DDR gab es alles was es im Westen gab,nur nicht für alle.

  18. Es gab Bananen aber sehr selten und nur unter dem Ladentisch

  19. Es stimmt nicht ganz.Es gab auch mal Bananen.Man musste sich lange anstellen.

  20. Es gab auch in der DDR Bananen. Nicht immer und wenn, dann musste man sich anstellen und bekam in der Regel welche zugeteilt, damit es für möglichst viele Bürger reichte. Auch die Bezirke wurden unterschiedlich versorgt. Berlin spielte hier eine besondere Rolle. Da ich öfter dienstlich dort zu tun hatte, habe ich fast immer welche mitbringen können.
    Der Artikel aus der Wendezeit, wo die junge Frau angeblich ihre erste Banane in den Händen hält ist eine reine Propagandalüge.

  21. Ja, das wird wohl in der ehemaligen DDR so gewesen sein, daß es vielleicht, nur alle halbe Jahr oder jährlich Südfrüchte, wie Bananen und Apfelsinen/Orangen gegeben hat … Denn das volkseigene Obst aus den volkseigenen landwirtschaftlichen Betrieben, musste ja zunächst verbraucht werden … Nein, wenn es Bananen und Orangen gab, musste so manch einer sich beeilen, denn was weg war – war weg … Es soll dort auch Prügeleien, um die noch vorhandene Ware gegeben haben, aber ich denke, das der größte Anteil an Südfrüchten an die Funktionäre ging … Mich würde interessieren, ob es dort Ananas und Granatäpfel gegeben hat, wohl eher nicht … Die Ostdeutschen, konnten einem richtig leid tun und dann wurde denen noch erzählt, das es im Westen nicht anders zu sein scheint, um das Volk zu beruhigen … Ich war damals im Verkauf tätig und mein ehemaliger Chef, einer bekannten Confisserie Firma fuhr mit ein paar Kisten Bananen in die gerade frei gegebenen DDR Gebiete und hatte,seine Freude daran, den Kindern im Kinderheim beizubringen, wie man eine solche schält und isst … Die wollten schon da hineinbeißen, ohne sie vorher zu schälen … Aber so geht es ja jedem Kind, welches so etwas, noch nicht gesehen hat … Gut – wir sind damit aufgewachsen und immer mehr exotische Früchte kamen hinzu … Man regelmäßig und jeden Tag alles in Hülle und Fülle bekam … Damals war ich oft mit meinem Großvater und Vater in den großen Obst und Gemüse Markthallen, wo es Lebensmittel aus aller Herren Länder gegeben hat und wir auch alles auf den Wochenmärkten kaufen konnten … Das war in den 70er Jahren, als man selbst noch sehr klein gewesen ist … So und hier präsentiere ich die passenden Links zu diesem Thema : http://www.welt.de/kultur/article5097869/Wie-die-DDR-zur-Bananenrepublik-wurde.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Küche_der_Deutschen_Demokratischen_Republik
    http://www.youtube.com/watch?v=yqzEUpJqF3s

  22. Ja, es gab Bananen, aber es war saisonbedingt und es kam auf den Standort an. In Städten wie Berlin oder Bezirksstädten, was heute den Landeshauptstädten gleich ist, gab es schon mal öfter was.
    Besonders erinnert man sich an den „Buschfunk“, wo Nachrichten „durchsickerten“: „Am Donnerstag gibt es dort und dort Bananen…“ und dann in dem jeweiligen Geschäft ein großes Schild neben der Kasse stand:“Jeder nur 1kg!“ Gut, wenn man eine große Verwandschaft hatte, die sich plötzlich in der Warteschlange, die oft über fünfzig Meter lang war, gegenseitig nicht zu kennen schienen.
    So sind meine Kinder auch mit Bananenbrei gefüttert worden.
    Ich glaube zu Weihnachten hatte auch jeder DDR-Bürger Bananen und Orangen auf dem Gabenteller. Zu dieser Zeit gab es mal mehr.

  23. Es gab Bananen. Zwar nicht sehr oft und wenn es welche gab, dann halt nur ein Kilo pro Nase. Den es wurden nicht Berge geliefert, sondern eine begrenzte Anzahl, den es sollten eigentlich alle welche abbekommen.
    Jedoch ging es einem besser wenn er um Berlin rum gewohnt hat und ein Familienmitglied im Handel gearbeitet hat. Unseren Verwandten aus dem Erzgebirge oder an der Ostsee, ging es da schon nicht mehr so gut. Da bei uns im Freundeskreis jemand im Obstladen gearbeitet hat und ich später selbst im Lebensmittelhandel, haben wir regelmäßig Pakete mit Bananen, Tomaten, Gurken und Orangen ins Erzgebirge geschickt. Man hat halt in der Familie in dieser Zeit mehr zusammen gehalten, als wie es jetzt z.Bsp. ist. Man ist nicht mehr aufeunander angewiesen.

  24. Bananen waren -wie auch anderes Obst- absolute(!) Mangelware in der DDR gewesen. Lediglich in den EXQUISIT-Läden gab es ab und zu Obst zu kaufen – gegen Westmarkt. Selbst die Orangade für den Dresdner Stollen wurde nicht aus Orangen oder Zitrusfrüchten hergestellt. Vielmehr gab es in Berlin ein staatliches Labor für Ersatz-Lebensmittel, in welchem z.B. die Orangade aus Zuckerrüben mit Farbstoff und Aromatsoffen hergestellt wurde. Der SCHWARZE KANAL mit Karl-Eduard von Schnitzler berichtete über einen Besuch von Honecker in diesem Institut, wie dieser dort die (künstlich) hergestellte DDR-Margarine verköstigte.

    • hallo Boss Berlin,
      meines Wissens waren die Exquisit-Läden reine Geschäfte mit teuren Textilwaren und diese wurden dort für Ostmark verkauft.
      Als Otto-Normalverbraucher bist du dort garantiert nicht Dauerkunde gewesen.

  25. Es gab Bananen, aber sehr, sehr selten. Man mußte Glück haben gerade vor Ort zu sein um einige zu „ergattern“Es fehlten die Divisen.

  26. Es gab Südfrüchte, zum genießen, nicht zum entsorgen!

  27. Bei uns in der Provinz sicher ein Indiz für Schlangen, wenn es denn mal Bananen gab.
    Unser Sohn hatte mit 10 Monaten schrecklichen Durchfall, die Klinikärzte fragten, ob wir Bananen besorgen könnten. Wir hin zum Bus, mit dem in den 80ziger Jahren unsere Rentner gen Westen fahren konnten. Am Abend konnten wir froh ein paar Bananen in die Klinik bringen.

  28. Es gab auch Bananen, wenn auch nicht so oft. Als unser Sohn, damals 2 Jahre, an Gelbsucht erkrankte bekam er etwa 1 Jahr lang
    von der Kinderklinik in Berlin-Buch ein Rezept für Bananen. Wir konnten dann direkt im Reifekeller in Berlin gegen Bezahlung ca.1 kg pro Woche abholen.

  29. Leipzig als Messestadt wurde da wohl etwas besser Versorgt und meine Oma hat in einem Obst und Gemüseladen gearbeitet, somit wurden wir gut mit Obst und Gemüse versorgt und mussten nicht einmal anstehen. Beziehung war halt das halbe Leben.

  30. Natürlich gab es Bananen, nur nicht so häufig. Es gab auch andere Südfrüchte. Ich kann mich gut an den Besuch von H.Schmidt in Güstrow erinnern. Er fand ja statt, als in der Stadt gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut war. Mein Vater arbeitete als Abteilungsleiter im Kundendienst einer Firma, die in der Landwirtschaft tätig war und seine Kollegen wohnten im gesamten Bereich des ehemaligen Bezirkes Schwerin. Von denen erhielten wir dann im Vorfeld des Besuches Anrufe, ob es denn stimme, dass es auf dem Weihnachtsmarkt immerzu Apfelsinen gäbe. Dies konnten wir bestätigen, die Versorgung war zu dem Zeitpunkt wirklich gut. Ein Schalk, der Böses dabei denkt! :-)

  31. In Berlin gab es Bananen. Habe als Kind immer Bananenbrot (Brot mit Bananenscheiben belegt) gegessen.

  32. Es gab schon ab und zu Bananen und andere Südfrüchte. Jedoch pro Familie nur 1 Kilo. Schlimm, wenn mehrere Kinder in der Familie lebten…. In der Stadt haben sich dann eben einige Familienmitglieder angestellt. „Not“ machte eben erfinderisch.

  33. Orangen gab es öfter, aber die aus Kuba.

  34. Bananen gab es durchaus, aber abgezählt nach Familienmitgliedern und meist nur drei- oder viermal pro Jahr. Natürlich stellten sich dann alle Familienmitglieder an, außer auf dem Dorf, wo jeder jeden kannte.

  35. Wir hatten Bananen, nicht jeden Tag, aber wir hatten welche. Man mußte zwar anstehen und bekam auch pro Person nur eine Tüte, aber auch hier wußte man sich zu helfen. So stellten sich eben alle Familienmitglieder in die Schlange und man hatte mehr davon!

  36. Bananen gab es, nur nicht zu jeder Zeit und auch nicht soviel wie man wollte.

  37. Es gab Bananen, Weintrauben, Mandarinen, Apfelsinen und Pampelmusen“. Abwer – es gab sie selten und wenn, dann auch nur in der entsprechenden Saison.
    Ich bin Baujahr 1965 und kann mich erinnern, dass ich schwanger in meiner kleinen Heimatstadt mit meinen Bananen z.b. vorgegangen bin an der Kasse, denn Schwangere wurden bevorzugt bedient und versorgt. Und keiner schimpfte aus der Schlange. An Weintrauben habe ich mich mal „überfressen“. Und Apfelsinen und Mandarinen gab es in der Vorweihnachtszeit auch reichlich.

  38. Berlin bekam ab und zu Bananen aber das Restostdeutschland gab es kaum etwas.
    Das hätte ja Devisen gekostet und man hätte Nicht Honeckers Laden mit westsachen füllen können

  39. Ich stamme aus einer Kleinstadt ca. 15km vor der ehemaligen Grenze. Bananen gab es durchaus sehr oft, so dass ich nicht sagen kann, dass es ein zu vermissendes Stück gewesen ist. Es kam sogar vor, dass soviele Bananen vorhanden waren, dass diese teilweise schlecht wurden und entweder dann zu Dessert verarbeitet wurden, oder eben auch komplett entsorgt. Bananen gab es nicht? Kann ich nicht bestätigen.

  40. Bananen gab es schon, aber nur in auserwählten Städten, z.B. in Berlin. Da kann ich mich noch persönlich daran erinnern. Ob das regelmäßig war, weiß ich nicht. Orangen gab es immer in der Adventszeit bei uns im Erzgebirge, was ich aber nicht schlimm fand, es war dadurch immer etwas besonderes, dass nur zur Weihnachtszeit gehörte. Dafür hab ich mich gern 2 Stunden angestellt. Es war einfach so.

In der DDR gab es keine Bananen – Stimmt nicht - Stimmt nicht

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