16.08.2013

Brüderle (FDP): 57% der weltweiten Investionen für Photovoltaik 2012 in Deutschland – Stimmt nicht

Photovoltaik weiter fördern? FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle findet den ganzen Markt „verkorkst“ und behauptet, obwohl Deutschland sonnenarm sei, seien „2012 hierzulande 57 Prozent der Weltinstallationen in Photovoltaik investiert worden“. Das #ZDFcheck-Fazit: Stimmt nicht.

Zitat: Obwohl Deutschland ein sonnenarmes Land sei, seien 2012 hierzulande 57 Prozent der Weltinstallationen in Photovoltaik investiert worden.

Bisherige Rechercheergebnisse:

So funktioniert's

Was checken wir genau?

Wir vergleichen den Zubau bei Photovoltaikanlagen im Jahr 2012 mit dem in den anderen Ländern der Welt, um herauszufinden, ob tatsächlich 57 Prozent der Weltinstallationen in Deutschland getätigt werden.

Wie belegt die FDP selbst das Zitat von Rainer Brüderle?

Nach der #ZDFCheck Anfrage bei der FDP vom 16. August 2013 nach den Quellen für Brüderles Aussage meldet sich am 22. August sein Wahlkampfbüro in der Redaktion mit folgender Erklärung: Gemeint sei die weltweite Stromproduktion mit Photovoltaik-Anlagen – denn die produzierten und nicht die installierten Gigawatt seien mit Blick auf die EEG-Umlage relevant. Als Quelle nennt die FDP Zahlen von Statista. Bei der Überprüfung der Statistik durch die #ZDFCheck-Redaktion halten aber auch diese Zahlen nicht stand, denn sie behandeln nur den Zeitraum 2009/2010. Bei nochmaliger Nachfrage räumt das Büro von Rainer Brüderle folglich einen Irrtum ein, wonach der FDP-Spitzenkandidat Zahlen und Jahre verwechselt habe.

Stimmt es, dass 57 Prozent der Photovoltaik-Weltinstallationen im Jahr 2012 in Deutschland investiert worden sind?

Die Zahlenbasis, auf der fast alle Berichte und Studien zum Thema Photovoltaik beruhen, ist von Usern wie Pibonni schnell gefunden: Der globale Statusbericht zu Erneuerbaren Energien (Global Status Report Renewables 2013) und die Zahlen des Europäischen Photovoltaik Dachverbandes EPIA sind die Grundlage. Sowohl Greenpeace als auch die Agentur für Erneuerbare Energien verweisen darauf.

Laut „Global Status Report Renewables 2013“ wurden im Jahr 2012 von weltweit 31.095 „neuen“ Megawatt 7.604 in Deutschland gebaut. Das ergibt, anders als Rainer Brüderle behauptet, nicht einen deutschen Anteil von 57 Prozent, sondern rund 24,5 Prozent.

Auch ein Blick auf die weltweiten Gesamtinstallationen bis 2012 widerlegt Brüderles Aussage: Von insgesamt 102.156 Megawatt waren 32.411 in Deutschland installiert, also 31,7 Prozent. Die Zahlen von EPIA sind ähnlich: Der Dachverband geht von 7.600 Megawatt in Deutschland und weltweiten 29.000 Megawatt aus. Auch nach dieser Statistik liegt Rainer Brüderle mit 57 Prozent also falsch.

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Der „Global Status Report Renewables 2013“ gibt auf Seite 40 an, dass 2012 in Europa 57 Prozent der neu installierten Photovoltaikleistung gebaut wurden. Der europäische Anteil am Anlagenbau entspricht damit genau dem, was Rainer Brüderle bezogen auf Deutschland präsentiert hat.

Aufgeschlüsselt nach Euro zeigt sich kein anderes Bild: Die Investitionen in neue Photovoltaik-Anlagen lagen in Deutschland im Jahr 2012 bei 11,2 Milliarden Euro. Weltweit wurden im Jahr 2012 insgesamt 140,4 Milliarden US-Dollar (106 Milliarden Euro)  in neue Photovoltaik-Anlagen investiert.

 

Auch Brüderles hergestellter Zusammenhang zwischen EEG-Umlage und angeblicher Sonnenarmut in Deutschland wird von Experten relativiert:

Das #ZDFcheck-Fazit

Alle recherchierten Daten und zum Schluss auch die Stellungnahmen der FDP selbst führen zu dem gleichen Ergebnis: Die Angaben von FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle, wonach im Jahr 2012 57 Prozent der Photovoltaik weltweit im „sonnenarmen“ Deutschland (Deutschland liegt im europäischen Mittelfeld) installiert worden seien, lassen sich nicht erhärten. Der Anteil der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen beträgt im von Brüderle genannten Jahr deutlich weniger, nämlich 24,5 Prozent der weltweiten Installationen. Auch beim Blick auf die in Deutschland durch Photovoltaik produzierte Strommenge liegt Deutschland deutlich unter den von Brüderle genannten 57 Prozent.

Der Kritik Rainer Brüderles an der EEG-Umlage ist damit im konkreten Kontext die argumentative Grundlage entzogen. Dass die falschen Angaben Brüderles durchaus mehr als eine Kleinigkeit sind, zeigen die offensichtlich vielen Reaktionen von Bürgern auf Brüderles Äußerung in der Zeitung „Schwarzwälder Bote“. Fazit der #ZDFcheck-Redaktion: stimmt nicht.

Dieser #ZDFcheck wurde beendet. Die Redaktion hat ein Fazit gezogen. Vielen Dank an alle Helfer für die Hinweise und Beteiligung.

Insgesamt 21 Hinweise

  1. Wann ist eigentlich ein „Markt verkorkst“?

    Eine sehr subjektive Aussage! Wenn ich zu meinem Bäcker gehe und der sagt: „Der Brötchenmarkt ist verkorkst“, was meint er dann damit? Oder der Metzger, der über die zunehmende Zahl der Vegetarier schimpft, wann ist für ihn der Markt verkorkst?

    Zum Thema Markt als Lektüreempfehlung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Markt_%28Wirtschaftswissenschaft%29
    insbesondere der Abschnitt
    http://de.wikipedia.org/wiki/Markt_%28Wirtschaftswissenschaft%29#M.C3.A4rkte_nach_Machtverteilung

    Im Markt sprechen wir von Angebots- oder Nachfragemacht. Angebotsmacht erleben (oder erlebten wir?) wir durch das Oligopol der großen Vier:
    http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/energiepolitik/152780/die-grossen-vier?type=galerie&show=image&i=153673

    Könnte es eventuell sein, dass der Markt aus Sicht dieser Vier verkorkst ist, weil die PV an der Strombörse die Preise drückt?
    Quelle:
    http://www.fraunhofer.de/content/dam/zv/de/forschungsthemen/energie/Fakten%20zur%20PV%20120202.pdf
    Abschnitt 3.3, Seite 10

    Und: Wessen Interessen vertritt Brüderle?

    • Verkorkst ist ein Markt wohl dann, wenn Angebot und Nachfrage nicht mehr zusammenkommen können. Im derzeitigen Energiemarkt ist dies der Fall, weil das Angebot durch den hohen Zubau von PV- und Windkraftanlagen und trotz Kraftwerksabschaltungen immer weiter steigt, die Nachfrage hingegen z.B. durch Modernisierungen und die demographische Entwicklung immer weiter sinkt. Hier setzt Herr Brüderle meiner Meinung nach an.
      Die großen Vier haben jedoch noch andere Probleme wie den unzureichenden Netzausbau, durch den einige Offshore-Windparks nicht ans Netz gehen können; oder den vor zwei Jahren beschlossenen deutlich schnelleren Ausstieg aus der Kernkraft, die eigentlich das Geld für Investitionen generieren sollte. Zusätzlich beschert ihnen auch noch der Einspeisevorrang für erneuerbare Energie selbst zu deren Spitzenzeiten, in denen sie einen Teil der sonst von unflexiblen Kraftwerken der Großkonzerne getragenen Grundlast abdecken, Verluste.
      Unabhängig von diesen erzwungenen betriebswirtschaftlichen Katastrophen ist der Energiemarkt auch auf längere Sicht nicht im Gleichgewicht und kann damit als „verkorkst“ bezeichnet werden.

    • Hallo Herr Kraus,
      natürlich kann man verschiedene subjektive Sichtweisen haben, wann der Markt „verkorkst“ ist.
      Aber im Wettbewerb geht es immer um die Durchsetzung eigener betriebswirtschaftlicher Interessen. Da wird mit allen Mitteln gekämpft. So werden die Subventionen für die EEG (incl. PV) in der Rechnung der Stromkunden ausgewiesen. Aber die Subventionen für die Kernkraft wurden über Steuermittel finanziert, also unmerklich für den Stromkunden von den Steuerzahlern getragen. Jetzt kann Brüderle behaupten, die EEG verteuerten den Strompreis. Bei den Subventionen für Kernkraft wurde das verschleiert – interessenbedingt zum Wohle der großen Vier.
      So funktioniert tatsachenverdrehende Rhetorik und marktwirtschaftlicher Verteilungskampf.
      😉

  2. Der behauptete Anteil von 57% ist zu hoch, die Tendenz dahinter aber richtig. Die schon genannten Quellen weisen Deutschland im PV-Bereich sowohl bei der bestehenden Leistung als auch im Zubau als Weltmarktführer aus; für die Produktion erwähnt eine Quelle sogar, dass die Hälfte aller PV-Anlagen von deutschen Maschinenbauern stammen soll.

    „Verkorkst“ ist der Markt tatsächlich, weil im Wesentlichen in die Energiegewinnung investiert wird (z.B. EEG), der Netzausbau aber trotz Verbesserungen bei Zusammenarbeit und Genehmigung nicht richtig vorwärtskommt. Die Speicherung und der „intelligente Verbrauch“, die Elemente drei und vier der Energiewende, werden mit Ausnahme von Einzelaktionen wie dem Kippen des Verbots von Nachtspeicherheizungen und einzelnen Forschungen gar nicht gefördert. Hinzu kommt noch der Widerstand großer Teile der Bevölkerung gegen viele Projekte von der „Verspargelung der Landschaft“ über neue Hochspannungsleitungen bis hin zu neuen Pumpspeicherkraftwerken. Dabei haben die vorgebrachten Argumente eine sehr schwankende Qualität: von der Abholzung von Waldflächen für Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen (meist begründet) über die Sorge um die Wasserqualität in bereits bestehenden Seen (prüfungswürdig) bis zur Angst vor Geruchsbelästigung durch Biogasanlagen (die umliegenden Felder riechen stärker) ist alles dabei.

    Mein persönliches Fazit: stimmt nicht ganz.

    • Entschuldigung, es geht hier nicht darum zu diskutieren, was wir von der Energiepolitik einzelner Personen oder Parteiern halten oder wie wir uns Energiepolitik wünschen, sondern darum, ob Herr Brüderle mit dem zitierten Satz etwas Falsches behauptet und das hat er, das ist hier ja hinlänglich nachgewiesen. Es bleibt also schlicht: Stimmt nicht.

    • Letztlich ist alles eine Frage der Umsetzung. Hintergrundinformationen vom wissenschaftlichen Sachverständigenrat für Umweltfragen gibt’s hier:
      1. „Ist der Fahrplan der Energiewende noch einzuhalten?“ http://www.wirtschaftsdienst.eu/archiv/jahr/2013/5/2978/ 2. „Perspektiven der Energieversorgung“ http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/06_Hintergrundinformationen/2012_2016/2013_07_Pespektiven_Energieversorgung.pdf?__blob=publicationFile
      2. „100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar“ http://www.umweltrat.de/cae/servlet/contentblob/1001596/publicationFile/63816/2010_05_Stellung_15_erneuerbareStromversorgung.pdf
      Ergänzend noch ein lesenswerter Artikel, der zeigt, wo die FDP in Fragen der Energie-/Klimapolitik zu verorten ist: http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/13450-klimakiller-fdp-im-lobbyfilz

    • @pibonni: Mein Beitrag ist bewusst politisch neutral gehalten und enthält auch keine persönliche Wunschliste, sondern lediglich Beobachtungen, die übrigens im Wesentlichen auch in Stellungnahmen von Fachleuten zu finden sind. Einen Überblick dazu liefert der erste Link, den Slapsticker in seiner Antwort gepostet hat (danke dafür).
      @Slapsticker: In Ihrem vierten Link finden Sie den Artikel lesenswert, ich eher die Kommentare dazu.

    • @ Markus Kraus
      Immer gerne! Hoffe, dass die Kommentare erheiternd waren, wohingegen der Artikel für den einen oder anderen zumindest erhellend gewesen sein dürfte. Aber ich muss zugeben, dass der Neuigkeitswert der meisten im Artikel beschriebenen Sachverhalte begrenzt ist.

    • Beim Überprüfen der oben angegebenen Grafik ist mir aufgefallen, dass 2009 der Anteil der deutschen PV-Kapazitäten grob geschätzt (D:4000, Welt:7000) tatsächlich bei 57% lag. Damit wäre Herr Brüderle zwar nicht auf dem neuesten Stand, läge aber auch nicht falsch mit seiner Aussage.

    • @ Markus Kraus
      1. „2012 [sic!] hierzulande 57 Prozent der Weltinstallationen“ – insofern ist Brüderles Behauptung definitiv falsch.
      2. Die Aussage zeigt einfach nur, dass hier mutwillig ein falsches Bild gezeichnet wird. Das wäre auch so, wenn Brüderle sich absichtlich auf völlig veraltete Daten bezogen hätte.
      Da die Zahlen alljährlich veröffentlicht werden, kann das Urteil nur lauten: „Stimmt nicht“ – und zwar ohne Wenn und Aber. Es ist ja nicht so, dass Brüderle die Behauptung einfach so entfleucht wäre. Wer sich im Gespräch mit Journalisten so präzise äußert, weiß, was er sagt und welche Botschaft er damit vermitteln will. Daher ist der Fall eine eindeutige Irreführung.

  3. Hallo,
    in Deutschland wurden in 2012 insgesamt 7.604 MWp Photovoltaik installiert und der weltweite Zubau betrug 31.100 MWp. Damit beträgt der Anteil der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen ca. 24,4 % und die Zahlen basieren auf den Werten des Photovoltaic Barometer 2012, welches immer sehr gut recherchierte Daten liefert.
    Björn

  4. Sehr interessant und ähnlich ist diese Formulierung bei dieser Lobbyorganisation schon seit 2010 zu finden:
    http://www.youtube.com/watch?v=MM8VNDh68Ls
    – 01:45 min das Zitat
    http://www.insm.de/insm/Presse/Pressemeldungen/EEG-stoppen—Energiewende-machen-.html
    – offizielle Internetseite der Lobbyorganisation dazu.
    http://www.youtube.com/watch?v=ppxbDVxwuxY
    – Interessanter Beitrag zu dieser Lobbyorganisation der Arbeitgeber.

    Immer noch ist fraglich, wie Herr Brüderle zu dieser Formulierung kam – aber nach diesem Beitrag frage ich mich jedoch eher, ob er vielleicht einfach empfänglich für diese Propaganda war – oder nicht sogar ein Teil dieser Meinungsbeeinflussung ist.

    Seine These ist in jedem Fall pauschalisierend, kaum sachlich und ähnelnd den Thesen der „Initiative – Neue Soziale Marktwirtschaft“ sehr.

    Der großer Teil der Käufer von Solaranlagen sind Privatleute oder Gemeinden, die weder Großinvestitionen wie Offshore-Windparks leisten können – noch die Landschaft verändern wollen und vor Ort keine andere Möglichkeiten haben.
    – Ist nur ein Beispiel, um zu zeigen, dass das Thema komplexer ist.

    Mein Fazit: Der Fakt ist falsch und die Diskussion wird durch diese unsachliche und inhaltlich falsche Aussage in eine Richtung gelenkt – die zufällig schon länger von einer Lobbyorganisation so aufgezeichnet wurde!

  5. Bei diesem Thema sollte muss man natürlich immer zwei Seiten im Blick haben:
    – den Strombedarf
    – die Stromerzeugung

    zur Bedarfsseite:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bedarf_an_elektrischer_Energie#Bedarfsstatistik
    insbesondere finde ich interessant:
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:EE-Anteil_am_Bruttostromverbrauch.svg
    und
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Groesste_stromverbraucher_eu-gross.jpg

    zur Erzeugerseite:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung
    insbesondere:
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stromerzeugung_Deutschland01.png
    und
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Energiemix_Deutschland.svg
    —–
    Die These, die in Deutschland installierte PV-Leistung sei zu hoch, sollte man vor dem Hintergrund des weltweiten Wachstums des Energiebedarfs sehen.
    Ob die PV-Kapazität in Deutschland als relativ hoch angesehen wird, könnte schlicht und einfach daran liegen, dass
    – wir den Anteil erneuerbarer Energien erhöhen (wollen), andere Länder jedoch nicht,
    – der Strombedarf pro Kopf in vielen anderen Ländern niedriger ist als bei uns,
    – dies nur ein vorübergehender Zustand sein mag, weil der wachsende Strombedarf auch andere Länder zum Ausbau der PV u.a. veranlassen kann,
    – Länder mit starker Sonneneinstrahlung nicht über das erforderliche Investitionskapital verfügen, um die PV-Kapazitäten zu erhöhen.

  6. Bezogen auf pibonni:
    Die Ausage von Brüderle ist nach den Fakten tatsächlich falsch. Die 57% entsprechen der europäischen Installation von PV in Prozent der Weltinstallation in 2012. Da wurde er wohl von Beratern falsch informiert, die zwischen Deutschland und Europa nicht unterschieden können.
    Allerdings sind die 25% Weltanteil den Deutschland bei der Installationskapazität trotzdem sehr hoch und bezogen auf Klima und Sonnenstunden/Intensität wohl auch zu hoch. Das Frauenhoferinstitut geht in Deutschland von ca. 1200 Volllaststunden aus. Schon in Frankreich und Spanien sind 1700 bis 2000 realistisch.
    Die Fakten sind falsch, die Innhaltliche Aussage meiner Meinung nach aber richtig.
    http://www.fraunhofer.de/content/dam/zv/de/forschungsthemen/energie/Fakten%20zur%20PV%20120202.pdf
    http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.pdf

    • Dass der Photovoltaik-Anteil in Deutschland zu hoch sei, lässt sich den verlinkten Papern des Fraunhofer ISE allerdings nicht entnehmen.

    • Das ist richtig.

      Sie werden aber auch kein wissenschaftliches Institut finden, das diese Aussage trifft, sie wäre nämlich politisch. Woran wollen Sie festmachen, dass der Anteil zu hoch ist?

      Es ist zu kritisieren wie Brüderle mit den über 57% seine Argumente versucht zu untermauern. Für mich versperrt aber die Versteifung auf die 57% den Blick auf die aus meiner Sicht wichtige Frage: Macht es Sinn ein viertel des Weltmarktes der PV in einem Land zu investieren dessen Nachbarn 70-100% mehr Ertrag aus der gleichen Investition erreichen?

    • Die wirkliche Kritik sollte doch eigentlich sein, dass Herr Brüderle schon mit der gesamten These schlicht eine falsche Behauptung aufstellt.
      Die 57% gelten für die gesamte EU, wie PeteMitchell bereits erwähnt hat. Es stimmt also nicht!

      Und die Meinung eines „verkorksten“ Marktes sollte in diesen Fall auf den gesamten Energiemarkt ausgeweihtet werden. Hierzu mag ich gerne nochmal auf diesen äußerst interessanten Link von PeteMitchell hinweisen (speziell ab Kap.3 ff)
      http://www.fraunhofer.de/content/dam/zv/de/forschungsthemen/energie/Fakten%20zur%20PV%20120202.pdf

      Die Milliardenbeträge, die in die Subventionen von konventionellen Energien investiert werden, werden in solchen Diskussionen gerne weggeblendet. Wobei m.M.n. jeder mit ein wenig Menschenverstand sich fragen müsste, ob ein Betrieb, der sich nicht selbst finanzieren kann, zweckmässig sein kann. Die Energiebranche hat hier den Vorteil der „ungebrochenen Notwendigkeit“, was auch das ist, womit etablierte Erzeuger rechnen, aber in vielen Fällen nachweislich keine Rechnung halten.
      Die Aussage zu der sich Herr Brüderle hin“ein“reißen lässt, hat kein Fundament und wurde m.M.n. aus unterschiedlichsten Quellen gepeist, die nun einmal eine bereits wachsende skeptische Haltung gegenüber regenerativen Energien befeuern wollen.

    • Der Satz: „Allerdings sind die 25% Weltanteil den Deutschland bei der Installationskapazität trotzdem sehr hoch und bezogen auf Klima und Sonnenstunden/Intensität wohl auch zu hoch.“ lässt die Frage offen, ab welcher Sonnenstundenanzahl/Intensität die installierte Leistung nicht mehr zu hoch ist und warum?

    • In Ihrem ersten Bericht findet man tatsächlich die Zahl 57%, nur ist sie nicht auf Deutschland bezogen, sondern auf die EU.
      (Europe again dominated the market, adding 16.9 GW and
      accounting for about 57% of newly installed capacity; S.40)

    • Die Daten scheinen beim ersten Überfliegen fundiert zu sein. Dass Deutschland kein wirklich geeigneter Standort für Photovoltaik sei, was Brüderle ja insinuiert („sonnenarmes Land“), ist auch nicht wirklich überzeugend. Selbst im sehr regenreichen Osnabrück – http://www.science-at-home.de/wiki/index.php/Regenreichste_St%C3%A4dte_in_Deutschland – ließen sich theoretisch auf Hausdächern Anlagen installieren, deren Ausbeute den Stromanteil aller dortigen Privathaushalte vom Umfang her decken könnte: „Am Ende zeigte sich, dass Osnabrück über enorme Solarpotenziale verfügt: Alle gut bis sehr gut geeigneten Dachflächen in der Stadt zusammen genommen, könnten fast 300 Megawatt an Photovoltaik-Leistung aufnehmen. Theoretisch ließe sich damit der derzeitige private Stromverbrauch in der Stadt komplett decken, denn die Ausbeute läge bei rund 237 Millionen Kilowattstunden Solarstrom jährlich.“ (Solarserver.de zum Sun-Area-Projekt)

Brüderle (FDP): 57% der weltweiten Investionen für Photovoltaik 2012 in Deutschland – Stimmt nicht - Stimmt nicht

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