28.06.2013

Matthias Machnig (SPD): Die USA haben Mindestlohn von acht Dollar – Stimmt so nicht

Bei Markus Lanz ging’s hoch her: Streit zwischen Wolfgang Bosbach (CDU) und Matthias Machnig (SPD) über den Mindestlohn. Der Mann aus Peer Steinbrücks Kompetenzteam behauptet, die USA hätten einen Mindestlohn von acht Dollar pro Stunde. Das Fazit: Stimmt so nicht.

Zitat:

Bei acht Dollar liegt der Mindestlohn in den USA.

Bisherige Rechercheergebnisse:

So funktioniert's

Was checken wir genau?

Wir checken, ob es stimmt, dass die USA einen gesetzlichen Mindestlohn von acht Dollar pro Stunde haben.

Stimmt es, dass die USA einen gesetzlichen Mindestlohn von acht Dollar haben?

Der gesetzliche Mindestlohn in den USA beträgt seit Juli 2009 7,25 Dollar pro Stunde. Das entspricht 5,57 Euro. Für Arbeitnehmer, die Trinkgeld bekommen, gilt nur ein Mindestlohn von 2,13 Dollar (1,64 Euro) pro Stunde. Dort sind die Arbeitgeber allerdings verpflichtet, den Lohn auf den nationalen (oder den höheren staatlichen) Mindestlohn aufzustocken, sollte dieser verringerte Mindestlohn plus Trinkgeld unter 7,25 Dollar liegen.

Nach dem „Global Wage Report“ der UN-Arbeitsorganisation ILO haben die USA im Vergleich mit anderen Industriestaaten einen niedrigen gesetzlichen Mindestlohn. Er liegt unter 40 Prozent des Median-Lohns. Zum Vergleich: In Frankreich liegt der Mindestlohn bei mehr als 60 Prozent des Medianlohns.

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Der gesetzliche Mindestlohn in den USA liegt mit 7,25 Dollar deutlich unter den von Machnig genannten acht Dollar. Zwischenfazit daher: stimmt nicht.

Stimmt es, dass die USA einen Mindestlohn von acht Dollar haben, wenn man die Regelungen der einzelnen Bundesstaaten berücksichtigt?

Neben dem gesetzlichen US-weiten Mindestlohn von 7,25 Dollar haben die Bundesstaaten die Möglichkeit, eigene Mindestlöhne festzulegen. Laut Fair Labor Standards Act (FLSA) gilt der Mindestlohn eines Bundesstaats nur, wenn er höher als der nationale Mindestlohn liegt, also 7,25 Dollar überschreitet.

Das habe auch Matthias Machnig einkalkuliert, schreibt die SPD dem #ZDFcheck: „Herr Machnig hat auf die Zwischenfrage von Herrn Bosbach, wie hoch der Mindestlohn in den USA liege, in seiner kurzen Antwort nicht auf die mannigfaltigen Diversifikationen beim US-amerikanischen Mindestlohn eingehen können. Daher hat er in einer groben Überschlagung zum landesweit gültigen Mindestlohn von 7.25 $ einen pauschalen Aufschlag addiert, weil es in vielen Bundesstaaten bzw. Städten in den USA höhere Mindestlöhne (z.B. 10.55 $ in San Francisco) gibt. Deswegen hat Herr Machnig von einem Mindestlohn gesprochen, der „bei acht Dollar“ liege.“

Liegt der Mindestlohn wirklich bei 8 Dollar, wenn wie die unterschiedlichen Untergrenzen der Staaten berücksichtigen? Das US Department of Labor listet die aktuellen Mindestlöhne in den US-Staaten auf: Demnach haben 19 Staaten plus Washington DC einen höheren Mindestlohn als den nationalen. Spitzenreiter ist Washington State mit 9,19 Dollar. Der bevölkerungsreichste US-Staat (Kalifornien) hat einen Mindestlohn von acht Dollar festgelegt.

Da die US-Staaten sehr unterschiedliche Einwohnerzahlen haben, versuchen wir uns an einen US-weiten Schnitt des Mindestlohns anzunähern. Aus dem letzten Zensus der USA nehmen wir die Einwohnerzahlen der einzelnen Staaten, und multiplizieren sie mit dem für sie zutreffenden Mindestlohn. Die Summe daraus teilen wir durch die Einwohnerzahl der USA: Danach beträgt der Mindestlohn im Schnitt  7,58 Dollar. Außer Acht haben wir dabei gelassen, dass es in den USA einzelne Städte gibt, die einen eigenen Mindestlohn festlegen – so wie San Francisco.

Das bedeutet, dass Machnig für einige Bundesstaaten und Städte recht hat, der Schnitt US-weit allerdings auch hier unter acht Dollar liegt. Zwischenfazit: rot-grün.

Das #ZDFcheck-Fazit

In ihrer Pauschalität ist die Aussage von Matthias Machnig falsch, da der nationale Mindestlohn eher bei sieben Dollar und nicht bei 8 Dollar liegt. Für einzelne Staaten und Städte hat Machnig recht. Rechnet man die einzelnen Löhne der Staaten allerdings auf die Bevölkerung um, ergibt sich ein Mindestlohn-Durchschnitt, der eher bei 7,50 Dollar als bei acht Dollar liegt. Deshalb lautet das Fazit: Stimmt so nicht.


Jenseits des Faktenchecks wirft ZDF-Korrespondent Ulf Röller in Washington einen Blick auf den Mindestlohn in den USA: Die Effekte des Mindestlohns sind umstritten, berichtet Röller.




 


Dieser #ZDFcheck wurde beendet. Die Redaktion hat ein Fazit gezogen. Vielen Dank an alle Helfer für die Hinweise und Beteiligung.

Insgesamt 36 Hinweise

  1. Die Forscher vom IRLE haben für ihre Minestlohnstudien die QCEW-Datenbank (Quarterly Census of Employment and Wages Data) http://www.bls.gov/cew/data.htm benutzt, die ziemlich aktuell ist und anscheinend einen sehr umfangreichen Datensatz auf County-Ebene bietet. Da könnte man doch mal nachfragen, ob die dafür verantwortlichen Statistiker auch einen Durchschnittsmindestlohn unter Einbezug der County-Daten ermitteln können. Oder?

  2. Will nur daran erinnern, dass die Formulierung „Für Arbeitnehmer, die Trinkgeld bekommen, gilt nur ein Mindestlohn von 2,13 Dollar (1,64 Euro) pro Stunde.“ aus den genannten Gründen ebenso irreführend wie falsch ist. Wenn Stundenlöhne, die nach Verrechnung des Trinkgeldes unter dem allg. Mindestlohn von mind. 7,25 $, von 8 $ oder auch von 10,55 $ liegen, vom Arbeitgeber bis zu diesem aufgestockt werden müssen, dann gilt auch faktisch der jeweilige allg. Mindestlohn als Lohnuntergrenze. Der zitierte Satz suggeriert hingegen, dass eine Kellnerin in einem kleinen Diner irgendwo im Nirgendwo auch Pech haben könnte, wenn keine oder nur geizige Kunden vorbeikommen, sodass sie dann entweder nur mit 2,13 $ oder auch bei drei Dollar Trinkgeld die Stunde mit 5,13 $ nach Hause gehen muss. So ist es jedoch nicht. Das Minimum ist stets der höhere allg. Mindestlohn, den sie pro Stunde verdient, auch wenn sie keinen einzigen tip bekommt.

  3. Ich glaube, dass diese Frage in zwei Komplexe zu trennen ist.
    1. Sicher ist, es gibt seit 1938 einen ständig angepassten Mindeslohn in den USA unabhängig von der Höhe. Punkt. Die Aussage einer grßen Zahl der CDU/CSU/FDP-Mitglieder, dass ein Mindestlohn der Industrie schaden würde, ist, wie man an den USA sieht, nicht richtig, zumal auch viele Unternehmer einen Mindestlohn wollen.
    2. Es gibt in den USA einen Mindestlohn, unabhängig davon ob nun der amerikanische Mindestlohn nun 7,25$, 8,00$ oder 8,75$ ist. Die Abweichung von 7,25$ zu 8,00$ ist kleiner als 10% (9,375%). Wenn Abweichungen der Baukosten vieler Großbauten und mancher Militärausgaben immer unter 10% lägen, gäbe es sicher erheblich geringere Zweifel an der Ausgabenpolitik und -methodik der Regierung.

    • Ja, es kommt immer darauf an, welche Fehlertoleranz man zulässt: plus/minus 10 Prozent oder 5 Prozent oder vielleicht nur 1 Prozent? Das wäre eine Ermessensentscheidung, jedoch unter Beachtung des Kontextes. Erbsenzählerei wäre jedenfalls verkehrt.

    • Deshalb: Wenn der durchschnittliche Mindestlohn auf Ebene der states bei 7,50 $ liegt und es in einigen counties weitere Abweichungen nach oben gibt, dann ist die ungefähre Schätzung „[b]ei acht Dollar“ in Reaktion auf einen inquisitorisch nachhakenden politischen Konkurrenten eigentlich ganz okay, denke ich.

  4. Man muss ergänzen, dass die USA bereits seit 1938 einen Mindestlohn festgeschrieben haben, der regelmäßig steigt. Obama hat kürzlich einen Mindestlohn von 9 Dollar vorgeschlagen. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/13/obama-mindestlohn-von-9-dollar-staerkt-unsere-wirtschaft/

  5. Egal was Herr Machnig für eine Zahl genannt hätte. Sie wäre genaugenommen falsch weil es keinen einheitlichen Mindestlohn sowie Ausnahmen in den USA gibt.
    Die Aussage, das der Mindestlohn bei 8$ liegt ist nicht weit von 7,25$ entfernt.
    Wie wäre der Faktencheck ausgegangen wären 7$ genannt worden?
    Geschickt gemacht von Herrn Bosbach.
    Ansich ist die Zahl völlig unwichtig. Wichtig wäre zu Prüfen welche der beiden Positionen richtig ist. Ist Mindestlohn schädlich oder förderlich?

    • Gerade unter dem Aspekt von angeblicher Schädlichkeit wird ja darauf verwiesen, dass der Mindestlohn in den USA so niedrig sei, dass er gar nicht ins Gewicht falle. Das war wohl auch die Intention Bosbachs. Daher ist es natürlich erheblich, wie hoch der Mindestlohn tatsächlich ist. Wie bereits erwähnt gibt es bei Gesetzesanwendung faktisch keinen Lohn unter der Mindestlohngrenze von 7,25 $, da die tipped wages arbeitgeberseitig aufgestockt werden müssen, falls die Trinkgelder + 2,13 $ im Stundendurchschnitt niedriger ausfallen (s. u.). Zudem gibt es eine Reihe von Abweichungen mit höheren Mindestlöhnen auf Ebene der States, wobei besonders bevölkerungsreiche Staaten oft höhere allgemeine Mindestlöhne haben, und darüber hinaus auch auf kommunaler Ebene (counties). Obendrein kommt ein Überstundengesetz (s. u.) zur Anwendung, nach dem jede Überstunde mit dem 1,5-Fachen des Normallohns abgegogelten werden muss. Überstunden werden bei Geringverdienern jedoch keine Seltenheit sein. Wenn nun schon der durchschnittliche, nur an den Staatsbevölkerungen gewichtete Mindestlohn schon bei ca. 7,50 $ liegt und andere das faktische Geringstverdienerniveau erhöhende Regelungen wie die oben Genannten noch nicht inbegriffen sind, ist davon auszugehen, dass der tatsächliche durchschnittliche Stundenlohn der Geringstverdiener/Mindestlohnempfänger „[b]ei acht Dollar“ liegen wird, wobei wir mit 7,50 $ ja schon den Aufrundungswert erreicht haben.

    • Seh ich eigentlich genauso. Nur bezieht sich dieser Faktencheck nur auf die Aussage, dass es in den USA einen Mindestlohn von 8$ die Stunde gibt. WIe ich bereits weiter unten schon gesagt habe sollte auch die Situation betrachtet werden.

    • Die Zahl ist nicht völlig unwichtig, wenn man ernsthaft und sachlich über etwas diskutieren möchte.
      Ob schädlich oder förderlich kann objektiv nicht klar beurteilt werden, da für den einen die Nachteile und für den anderen die Vorteile überwiegen.

  6. Die Ausführungen zum tipped minimum wage sind zumindest sehr missverständlich. Auch hier haben die Staaten eigene Zusatzregelungen: http://www.dol.gov/whd/state/tipped.htm In Kalifornien z. B. sind auch tipped employees dem dort geltenden sonstigen Mindestlohn von 8 $ unterworfen – ausnahmslos.
    Generell sollte man vielleicht dem Prinzip der ‚Subsidiarität‘ in den USA mehr Rechnung tragen. DEmnach wird auf höchster Ebene – also föderal – nur das absolute Minimum festgelegt, auf Staatenebene wird dann zumeist draufgesattelt und ggf. noch in den Countys (Karolus1 wies zwei Beispiele hin!). Vielleicht lohnt ja eine Nachfrage bei den Forschern des Institute for Research on Labor and Employment der UC Berkeley, die ja vielleicht auch über gute aktuelle Datensätze verfügen oder zumindest wissen, wer die besten/nutzbringendsten Daten bekommen kann. Ein Versuch ist es allemal wert!

    • Noch was: „he FLSA establishes a standard work week of 40 hours for certain kinds of workers, and mandates payment for overtime hours to those workers of one and one-half times the workers‘ normal rate of pay for any time worked above 40 hours.“ https://en.wikipedia.org/wiki/Overtime#Federal_overtime_law Demnach muss in aller Regel jede Arbeitsstunde über 40 mit dem Anderthalbfachen des normalen Lohns vergütet werden. Zum Mindestlohn Angestellte bekommen folglich pro Überstunde den 1,5-fachen Mindestlohn.

    • Zum Tipping gehört übrigens, dass in Stunden, in denen der Arbeitnehmer, der vom tipped minimum wage betroffen ist, weniger als den Mindestlohn in Höhe von 7,25 $ oder – davon abweichend – den in seinem Staat gültigen, höheren Mindestlohn verdient, sein Lohn vom Arbeitgeber bis auf diesen aufgestockt werden muss, sodass er bei gesetzeskonformer Bezahlung immer auf den regulären Mindestlohn von 7,25 $ oder mehr kommt. Auch deshalb ist also die Aussage „Für Arbeitnehmer, die Trinkgeld bekommen, gilt nur ein Mindestlohn von 2,13 Dollar (1,64 Euro) pro Stunde.“ irreführend, da sie suggeriert, dass tipped employees lediglich den reduzierten Mindestlohn von 2,13 $ plus Trinkgeld, egal wie gering es auch sein mag, bwkommen würden. So ist es jedoch nicht.
      Näheres z. B. hier: http://www.nolo.com/legal-encyclopedia/tip-pooling-credits-service-employees-29804.html

  7. Wie bereits gesagt liegt der Mindestlohn bei 7.25$, also unter 8$.Und auch verschiedenste Durchschnittswerte liegen unter 8$.
    Allerdings sollte man meiner Meinung nach auch betrachten wie Herr Machnig und in welcher Situation Herr Machnig den Wert nennt.
    Wie J-B bereits angemerkt hat, sagt er ‚bei 8 $‘. Eigentlcih wollte Herr Machnig gerade etwas anderes sagen und war vielleicht genervt von Herrn Bosbach, der ihn nach der Höhe des Mindestlohns fragt und das bei beachtlicher Lautstärke. Nun sagt der Machnig halt 8$, um seinen Beitrag fortführen zu können und erklärt nicht erst die doch etwas komplizierte Regelung zum Mindestlohn der USA.
    Wenn wir nur von den Fakten ausgehen lautet das Urteil ganz klar stimmt nicht. Wenn wir allerdings die Situation, in der er den Wert nennt, und die Art wie er den Wert nennt betrachten kann man schon sagen stimmt teilweise, denn 7,49$ ist ja auch nicht ’so‘ viel weniger als 8$.

  8. Wenn die Aussage lautet:
    „BEI acht Dollar liegt der Mindestlohn in den USA.“
    und der Mindestlohn bei 7,25 Dollar liegt (mit wenigen Ausnahmen), dann kann man diese Aussage nicht als komplett falsch deklarieren.

    Die Aussage: „Stimmt es, dass die USA einen gesetzlichen Mindestlohn von acht Dollar haben?“ ist einfach durch das kleine entscheidende Wörtchen „bei“, schon wieder eine ganz andere.

    Und jetzt wird vermutlich die Aussage: „Stimmt es, dass die USA einen Mindestlohn von acht Dollar haben, wenn man die Regelungen der einzelnen Bundesstaaten berücksichtigt?“ nicht stimmen, weil er über 8 Dollar ist …

  9. Der Mindestlohn liegt über 7$, aber erreicht im Durchschnitt wahrscheinlich nicht ganz 8$
    Quellen: United States Department of Labor: http://www.dol.gov/whd/minwage/america.htm#content
    Minimum Wages – State of NY. 7.25%
    Quelle: http://www.labor.state.ny.us/workerprotection/laborstandards/workprot/minwage.shtm

  10. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass nicht nur die Bundesstaaten, sondern auch verschiedene Städte oder Counties spezielle Mindestlöhne vorschreiben:

    “San Francisco: $10.55 since January 1, 2013.“
    Quelle:
    http://www.sfgsa.org/index.aspx?page=411

    “Santa Fe: Effective March 1, 2013 all employers are required to pay employees an hourly wage of $10.51 per hour. This includes part-time and temporary employees.“
    Quelle:
    http://www.santafenm.gov/index.aspx?NID=84

  11. Als Fußnote noch folgende Hintergrundinfos: Die Wirkungen von zwischenstaatlichen Mindestlohndifferenzen sind empirisch gut untersucht: http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/us-studie-die-wahrheit-ueber-mindestloehne-seite-all/3752840-all.html Auch die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf die Jugenderwerbstätigkeit: http://www.irle.berkeley.edu/workingpapers/ (Working Paper No. 166-08). Dies nur, weil Machnig ja im Kontext seiner weiteren Ausführungen darauf Bezug nimmt.

  12. Entscheidend ist das kleine Wörtchen „bei“. Er weiß sicher, daß es keinen einheitlichen ML von 8$ gibt. Insofern sind “ bei 8$ “ der richtige Wert, egal was bei der genauen Rechnung heraus kommt. Wenn wir genau urteilen wollen, dann bitte auch den genauen Wortlaut nutzen.

  13. Hinzufügen sollte man noch, dass es Branchen gibt, in denen der Mindestlohn keine Anwendung findet, wie z.B. die sog. „Tipped Jobs“, typischerweise in der Gastrononmie.

    Info dazu: „Restaurant servers make $2.13/hr in 2012, and that rate hasn’t changed since 1991. For non-tipped employees, the minimum wage has been raised multiple times since then (from $4.25/hr in 1991 to $7.25/hr in 2009.)“
    Quelle:
    http://rocunited.org/action-center/wages/

    • Diese Lücke will ich gar nicht kleinreden, aber immerhin sind die Trinkgelder für Servicekräfte im Regelfall höher als hierzulande und betragen gemeinhin 20 % oder mehr.

  14. Als Pauschalaussage ist Machnigs Behauptung definitiv falsch. Sofern man sich allerdings die Mindestlöhne der Staaten anschaut, sollte man diese wenigstens nach Einwohnerzahl gewichten. Kalifornien mit über 38 Mio. oder Florida mit immerhin 19 Mio. Einwohnern haben natürlich ein anderes Gewicht als Wyoming, der weniger Einwohner als Stuttgart hat. Vom Bureau of Labour Statistics – http://www.bls.gov/ – gibt’s sicher aber noch präzisere Daten, die wirklich Auskunft darüber geben können, welchen duechschnittlichen Mindestlohn es nach Anzahl der jeweils Betroffenen gibt. Überdies sollte man wenigstens im Fazit erwähnen, dass Obama den föderalen Mindestlohn, der schon 2009 bei 7.25 € liegt, auf m. W. 9,15 € zu erhöhen.

  15. Richtig ist, dass es den Mindestlohn 8 Euro in den US-Bundesstaaten Kalifornien (http://www.dir.ca.gov/dlse/FAQ_MinimumWage.htm) und Massachusetts (http://www.mass.gov/lwd/labor-standards/minimum-wage/) gibt. Wenn die Aussage von Machnig als „In den USA gibt es landesweit einen einheitlichen und ausnahmslosen Mindestlohn von 8 Dollar pro Stunde“ gemeint oder verstanden wird, dann ist sie nicht richtig. Wenn die Aussage von Machnig als „In den USA gibt es Regionen, in denen ein genereller Mindestlohn von 8 USD/h gilt“ verstanden wird, ist sie richtig. Es gibt darüber hinaus Bundesstaaten mit anderen Sätzen und die offenbar weit verbreitete Ausnahme von Mindestlohn für Restaurantkräfte, bei denen Trinkgeld mit einem Mindestlohnanspruch verrechnet wird. Zusammen mit dem Federal minimum wage von derzeit 7,25 USD/h war das kein Totalausfall von Machnig.

  16. 2 Minuten Recherche ergeben:
    => Stimmt nicht.
    Die Mindestlöhne sind in den USA meist durch die einzelnen Staaten geregelt und schwanken von Staat zu Staat, teils erheblich. Es wird unterschieden zwischen „tipped income“ (= Einkommen durch Arbeiten, bei denen man Trinkgeld erhält) und normalen Stundenlöhnen.
    .
    Es existiert ein Bundesgesetz, das einen Mindestlohn von $7,25 ($2,13 bei tipped labor) festlegt. Durch die Gesetze der einzelnen Staaten kann (und wird) dieser Betrag verändert – und nicht nur nach oben, sondern durchaus auch nach unten. Den höchsten Mindestlohn hat Washington mit $9,19, den niedrigsten habe ich bei Georgia gefunden, wo Betriebe unter 6 Beschäftigten diesen möglicherweise gar keinen Mindestlohn zahlen müssen (wenn der Fair Labor Standards Act auf diese Beschäftigten nicht angewendet werden kann/darf) und nur $5,15, wenn sie es müssen.
    .
    Eine Zusammenfassung der Situation in den Vereinigten Staaten findet sich in der englischsprachigen Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_U.S._minimum_wages

  17. Auf Bundsebene liegt er wohl tatsächlich bei 7.25 $ – interessant wäre aber der Durchschnitt, da in vielen Staaten ein höherer Mindestlohn gilt. Siehe Karte:
    http://en.m.wikipedia.org/wiki/Minimum_wage_in_the_United_States

  18. Eine erste Überprüfung anhand Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestlohn#USA) ergibt, dass ein Mindestlohn von 7,25$ in den USA bundesweit gilt, es aber Abweichungen nach oben und unten in den einzelnen Bundesstaaten gibt. Die Aussage ist damit in ihrer pauschalisierenden Form falsch.

Matthias Machnig (SPD): Die USA haben Mindestlohn von acht Dollar – Stimmt so nicht - Stimmt so nicht

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