22.04.2014

Merkel (CDU): „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ – Stimmt fast

„Scheitert der Euro, scheitert Europa“: Dieser Satz gilt als europapolitisches Mantra von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Seit 2010 wiederholt sie ihn immer wieder. #ZDFcheck kommt zu dem Fazit: Die Aussage stimmt fast.

Zitat: "Scheitert der Euro, scheitert Europa."

Bisherige Rechercheergebnisse:

So funktioniert's

Was meint die Kanzlerin mit dieser Aussage?

Die Aussage der Kanzlerin macht keine überprüfbare Rechnung auf. Aber sie lässt nach Ansicht von #ZDFcheck in ihrer Entschiedenheit und Kürze keinen großen Interpretationsspielraum zu. Die Kanzlerin prognostiziert ein aus ihrer Sicht unabwendbares, politisches Szenario: Sollte das Projekt einer gemeinsamen Währung unter dem Druck der Haushalts- und Bankenkrise in der EU zerbrechen, erwartet sie auch ein „Scheitern“ des politischen Integrationswerks Europäische Union. Der Begriff des „Scheiterns“ bedeutet nicht nur Krise oder Stillstand des europäischen Integrationsprozesses. Er bedeutet Zerbrechen.

#ZDFcheck wendet sich mit dieser Interpretation ans Bundespresseamt und bittet um eine Stellungnahme. Ein Regierungssprecher beschränkt sich auf die Mitteilung: „Die Worte der Kanzlerin stehen für sich.“

#ZDFcheck betrachtet das als Bestätigung und geht von der oben formulierten Interpretation aus.

Stimmt es, dass mit dem Euro Europa scheitern würde?

Wie oben dargestellt, lässt sich die Aussage der Kanzlerin nicht mit Zahlen und Statistiken überprüfen. Sie fordert einen Check aus historischer Erfahrung und professioneller Beobachtung durch Experten. #ZDFcheck hat deshalb renommierte Politik- und Wirtschaftsforschungsinstitute sowie den langjährigen Europa-Korrespondenten des ZDF in Brüssel um ihre Analysen gebeten.

Hier die Stellungnahmen (bitte auf die Bilder klicken):

Auch der langjährige ZDF-Brüssel-Korrespondent Udo van Kampen hat eine Einschätzung abgegeben:

 

Nutzer Andreas Babbe geht auf die Unschärfe in der Wortwahl der Kanzlerin ein: „Der Satz ist so falsch wie sinnlos: Europa ist nicht gleich EU (deshalb allein ist dieser Satz schon etwas polemisch). Vor der EU gab es auch schon die EWG, die eine Wirtschaftsgemeinschaft mit nationalen Währungen darstellte, und soweit funktionierte. Auch innerhalb der EU gibt es Länder, die den Euro nicht als Währung haben.“ Viel Interpretationsspielraum sieht Hans Kurz: „Ein Satz, der die totale Spekulation erlaubt. Wirklich erklären, was mit diesem Satz gemeint ist, kann wohl nur Frau Merkel selbst.“

Das #ZDFcheck-Fazit

#ZDFcheck hat oben bereits darauf hingewiesen, dass die Kanzlerin hier den Versuch unternimmt, ein für sie potentielles, zukünftig denkbares Gefahrenszenario zu beschreiben. Insoweit unterlag der Faktencheck von Anfang besonderen Bedingungen. Das Kriterium der faktischen Nachweisbarkeit bzw. "Wahrheit" kann hier nicht in gleichem Maße angelegt werden. Die Redaktion konnte lediglich die Plausibilität des Satzes über das Betrachten aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven prüfen.

Die Experten lieferten die wissenschaftliche Sicht. Sie beleuchteten das Zitat aus unterschiedlichen politik- und volkswirtschaftlichen Blickwinkeln – von Hüther (IW, eher angebotsorientiert) bis Horn (Hans-Böckler-Stiftung, eher nachfrageorientiert). Sie alle liegen, wenn auch mit unterschiedlichen Akzentuierungen, weitgehend auf der Einschätzungslinie der Kanzlerin: Würde der Euro scheitern, sehen sie den Zusammenhalt in der EU stark, durchaus existentiell gefährdet. Allein Almut Möller von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagt explizit, Europa gehe nicht unter, wenn der Euro scheitere. Das führt sie freilich nicht zu einem völlig anderen Schluss. Sie ordnet den Satz vielmehr auch als taktisches Instrument ein.

Experten wären keine, behielten sie sich mit Blick auf Vorhersagen nicht einen letzten Vorbehalt vor. Unter dem Strich aber lassen sich ihre Einschätzungen zu diesem Zitat als "mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig" zusammenfassen. Fazit der #ZDFcheck-Redaktion: stimmt fast.

Lesen Sie zu diesem Check auch einen Kommentar von Eckart Gaddum auf heute.de.

Dieser #ZDFcheck wurde beendet. Die Redaktion hat ein Fazit gezogen. Vielen Dank an alle Helfer für die Hinweise und Beteiligung.

Insgesamt 35 Hinweise

  1. Mit dem Euro wurden die flexiblen Wechselkurse der nationalen Währungen für die Euro-Staaten abgeschafft. Diese waren jahrzehntelang ein anerkanntes marktwirtschaftliches Instrument, notwendig für den Ausgleich der wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Nationen und Voraussetzung für ihre nationale Selbstverantwortung. Aufgrund der fehlenden Wechselkurse verarmen Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien usw. immer mehr, die Spannungen zwischen den Euro-Ländern nehmen zu, und riesige Subventionen für die genannten Länder werden als sog. Rettungsschirme dauerhaft notwendig. Die Problematik wird noch verschärft durch die dadurch ausgelösten Spekulation der internationalen Banken. Die Subventionen im Euro-Raum werden genauso dauerhaft bestehen bleiben wie der Länderfinanzausgleich in Deutschland, weil die Länder ihre Selbstbestimmung verloren haben und sich an die Subventionen gewöhnen wie an eine Droge.
    Mein Fazit: Europa wird durch den Euro scheitern!

    • Auf den ersten Blick möchte man Ihren Ausführungen zustimmen, aber nach ein zwei Sekunden regte sich bei mir innerlicher Widerstand. Daher möchte ich versuchen deutlich zu machen wad mich an Ihrer Analyse stört. Dazu vorweg muss ich noch erwähnen das ich die Vereinigten Staaten von Europa möchte, mit Bundesstaaten, Bayern wäre dann z.B. einer davon, genauso wie Schottland oder Anatolien. Ich stelle mir für die Zukunft also eine Europäische USA vor, zumindest von der Grundidee her.
      Daher wird also aus meiner Sicht Europa, also die Vereinigten Staaten von Europa nicht am Euro scheitern, sondern am ESM, also an den von Ihnen zurecht angeprangerten Dauersubventionen, an denen wird Europa scheitern.
      Aber das lässt sich verhindern und zwar durch eine Federal Reserve Bank und durch eine No Bsilout Klausel dr anderen Bundesstaaten. Schließlich käme kein Texaner auf die Idee die Schulden von Kalifornien zu bezahlen. Wenn wir also ein geeintes Europa wollen und das ist ja Ziel des Grundgesetzes, dann werden gerade wir Deutschen Europa entgegen kommen müssen und unser Stabilitätsdenken opfern. Wir Deutschen werden lernen müssen das unsere Währung schwankt und auch das die Inflation nicht immer bei zwei Prozent gehalten werden kann. Opfern wir unsere lieb gewonnene Stabilität nicht, dann werden wir wohl Europa verlieren, allen Voran die Briten.

  2. Wäre es nicht zunächst interessant der Frage nachzugehen, was denn geschehen muss, damit der Euro langfristig ein Erfolg wird?
    Es gibt einige Faktoren die hierbei eine Rolle spielen, aber eine ganz wesentliche, die entscheidend ist und dies ist die Einigung auf eine gemeinsame Inflationsrate. Der Wert auf den alle sich verständigt haben beträgt 1,9% Inflation. Seit Einführung des Euros lag Südeuropa etwas darüber, Frankreich hat sich genau daran gehalten. Nur ein Land, das immer auf die Einhaltung von Regeln pocht und das heißt Deutschland, hat sich nicht daran gehalten. Es gibt eine starke Korrelation zwischen Lohnentwicklung und Inflation. Da die Löhne in Deutschland nicht entsprechend dieser Zielvereinbarung gestiegen sind, hat sich Deutschland einen Preisvorteil (circa. 20%) dem Ausland gegenüber verschafft, der nur möglich war, weil Deutschland sich innerhalb des Euros quasi verstecken konnte. Hätten wir die D Mark weiterhin behalten, wäre das gar nicht möglich gewesen, da die D Mark aufgewertet worden wäre und somit dieser Preisvorteil weggefallen wäre.
    Das Land, das am meisten exportiert und dies hautsächlich innerhalb von Europa tut, konkurriert die anderen europäischen Länder an die Wand.
    Es wäre hilfreich für ganz Europa, wenn Frau Merkel endlich einsehen würde, dass diese Vorgehensweise nicht funktionieren kann, sondern dass im Gegenteil ihre Politik nicht nur den Euro, sondern auch Europa zerstören wird.
    Das was Frau Merkel nun versucht, diesen Preisvorteil auf ganz Europa auszuweiten, kann schon deshalb nicht funktionieren, weil weder Japan, die USA oder China im Gegenzug entsprechende Leistungsbilanzdefizite zulassen würden und der Euro aufwerten würde, so dass der gewünschte Effekt neutralisiert würde.
    Frau Merkel versucht etwas, was von vorn herein nicht funktionieren kann und will auch noch den europäischen Binnenmarkt schädigen, wenn über Lohnverzicht zwangsläufig der Konsum hinter seinen Möglichkeiten bleibt.
    Es gibt nur eine Lösung für das Problem:
    Deutschland muss das Lohnniveau deutlich über einen längeren Zeitraum anheben und die Binnennachfrage ankurbeln.

  3. Hallo Karolus1,

    wir haben mehrere Experten renommierter Politik- und Wirtschaftsforschungsinstitute um ihre Analyse gebeten. Weitere Stellungnahmen folgen.

    Beste Grüße
    Sandra Aring

  4. Im Grunde behauptet die Aussage der Kanzlerin eine Kausalität:
    „Wenn Ereignis A eintritt, dann folgt zwingend Ereignis B.“
    siehe auch:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t

    Wir sind als Menschen nur in der Lage, einfache Kausalketten zu überblicken. Sobald es Multikausalitäten gibt, womöglich noch mit Rückkopplungen, versagt unsere Anschauung. Der Wissenschaftspublizist Prof. Dr. Hoimar v. Ditfurth hatte diesen Zusammenhang in einer Querschnitte-Sendung im ZDF am 14.11.1982 überzeugend dargestellt.
    http://hoimar-von-ditfurth.de/fernsehen4.html

    Auch die Wirtschaft ist multikausal und in sich zurückgekoppelt. Wenn Politiker sich ans Mikrofon stellen, so müssen sie dennoch in einfachen Kausalketten reden, sonst hört keiner mehr zu. Das ist einerseits die Tragik, bietet jedoch andererseits genug Stoff für den ZDFcheck. Wobei wir Checker die Einsicht nicht zu kurz kommen lassen sollten, dass niemand unfehlbar ist.

    Es kommt aber noch was hinzu – die Interessenverflechtungen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus

    Beim Check wäre auch zu prüfen: Wer hat den Vorteil oder den Nachteil davon, wenn der Euro scheitert? Was passiert denn beispielsweise mit den kapitalgedeckten und den umlagefinanzierten Systemen? Es besteht dann das Risiko, dass Geldvermögen vernichtet werden könnten. Dagegen konnten Umlagesysteme auch nach Währungsreformen immer sofort neu organisiert werden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Umlageverfahren
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitaldeckungsverfahren
    Das nur als Beispiel.

    Deshalb aber die Frage: Sind die angefragten Experten nicht immer auch Interessenvertreter? Das ist natürlich unvermeidlich, müsste aber in geeigneter Weise transparent gemacht werden.

    • Hallo Karolus1,

      schöne Denkanstöße, ich versuche mal einen aufzugreifen. Welche Interessen sind hier im Spiel? Einmal die Angelsächsischen und dann die Deutschen. Beide haben einen anderen Umgang mit Geld. Die einen sehen es als Mittel zum Zweck und hauen es gerade in Krisenzeiten raus. Die anderen sparen es immer für schlechte Zeiten und das gerade in Krisenzeiten. Wie bringt nun also diese beiden Umgangsformen mit Geld in der Krise zusammen? Europa steht am Scheideweg, mit ESM dann aber ohne die Briten oder ohne ESM dann aber mit mehr Finanzieller Selbstverantwortung auch und gerade in Krisenzeiten?

    • Hallo Hans Kurz,
      danke für Ihre Antwort.
      Ich denke, ein „Blick über den Tellerrand“ täte den Wirtschaftswissenschaften ganz gut. Viele Thesen werden in Talkshows oft so verbreitet, als müssten sie mit naturgesetzlicher Notwendigkeit zutreffen.
      Ihre These zu ESM/Briten vs. ohne/mit halte ich allerdings für relevant und durchaus so denkbar. Jedoch handelt es sich dabei natürlich auch nur um eine kleine Kausalkette im riesigen multikausalen vernetzten System der Euro-Wirtschaft.
      Schauen wir uns mal die Antwort eines der vom ZDFcheck-Team angefragten Experten an.
      Zitat:
      „Die Unsicherheit über die Wirkungen einer Auflösung der Währungsunion, was sich ja mit der Formulierung „scheitert der Euro“ verbindet, ist schon unabhängig von der konkreten Euro-Debatte enorm, was sich in der Unmöglichkeit spiegelt, diese Wirkungen ex ante auch nur annähernd zu bewerten.“

      Toll, oder? Hier gibt wenigstens mal einer zu, dass er in diesem Punkt auch nicht so genau Bescheid weiß. 😉
      Na gut, jedenfalls bedeutet das mMn für die Kanzlerin, dass ihre Aussage das Fazit „Stimmt so nicht“ erhalten müsste.
      btw:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Ex_ante

    • Ja dem kann ich beipflichten, der Satz der Kanzlerin stimmt so nicht. Es gibt einfach zu viele Ursachen und Wirkungen, die Zukunft Europas daher am Euro fest zu machen ist gut für Wahlplakate, aber für mehr auch nicht. Aber der Vorteil der Zukunft, sie ist ungeschrieben (future is unwritten). Noch ist Zeit in aller Ruhe eine oder eben mehrere Lösungen zu finden. Ich denke es wird die Vereinigten Staaten von Europa geben und zwar mit einer Währung, wie auch immer die dann heißt. Nur und das steht für mich fest, mit ESM dauert es länger, weil dann die Briten und evtl. andere erst mühsam wieder für die Europäische Idee begeistert werden müssten.
      So nun ist mein Standpunkt in dieser Debatte wohl mehr als deutlich gemacht, den Rest werden wir der Zukunft überlassen müssen. Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

    • Wobei ich mich noch immer frage, was es bringen sollen, wenn die einzelnen Länder wieder ihre eigenen Währungen haben.
      Die überschuldeten Länder sind das dann immer noch.
      Man versucht doch nicht den Euro oder Griechenland oder sonst ein Land zu retten, sondern die Gläubiger. Denn wo haben die Länder ihre Schulden. Unter anderem Banken und Versicherungen. Lebensversicherungen werden in Staatsanleihen angelegt, weil die ja so sicher sind.

      http://www.welt.de/finanzen/article13688452/Lebensversicherung-wird-unsichere-Angelegenheit.html

      Dementsprechend ist ein Schuldenschnitt schwer, da jemand auf Geld verzichten muss und dass sind die Gläubiger und deren Kunden. Also am Ende auch der Steuerzahler.

  5. Auf 5 Seiten erklärt das Frau Merkel nur verhindern will das der kleine Mann sich vorbereitet den die Großkonzerne bereiten sich schon vor.
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-26216/fuenf-experten-reden-klartext-die-wahrheit-ueber-den-euro-crash_aid_769470.html

  6. Der Euro hat mehr Vorteile als die meisten Bürger meinen. Der Euro ist im Vergleich zur DM stabiler. In der Vergangenheit haben die Deutschen vom Euro am meisten profitiert. Was aber viel wichtiger ist, daß man sich auf kein einheitliches Finanzsystem einigen kann und deshalb zu viele Schlupflöscher auch für „legale“ Steuerhinterzieher nach wie vor da sind. Mein Fazit: der Euro vereinfacht den Umgang mit Geld in Euro, löst aber die bestehenden fianziellen Probleme der einzelnen Staaten nicht.

  7. Wow, ein Satz der die Totale Spekulation erlaubt, wirklich erkären was mit diesem Satz gemeint ist, kann wohl nur Frau Merkel selbst. Aber da sind wir am Kern ihres Problems, erklären kann oder will sie ihre Politik nicht, sie ist ebend eine Macherin. Aber macht sie denn alles Richtig? Auch das wird wohl erst die Zukunft zeigen. Aber hier nun meine Spekulation des Satzes.

    Ich denke Frau Merkel meint mit Europa die Idee, die dahinter steckt, nämlich die Vereinigten Staaten von Europa.
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/36880/
    Und mit dem Scheitern des Euro verbindet Frau Merkel wohl das Ende der Solidarität in Europa, denn der ESM soll ja genau das sein, Solidarisch.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-wirbt-eindringlich-fuer-esm-und-fiskalpakt-im-bundestag-a-841788.html

    Also anders gesagt, meint Frau Merkel: „Scheitert die Solidarität in Europa, in Form des Euro, scheitert die Europäische Idee, in Form der Vereinigten Staaten von Europa.“

    Und da könnte was dran sein. Aber dazu müsste man wissen ob der ESM denn wirklich Solidarisch ist, aus meiner Sicht und aus Sicht vieler Briten, ist eben genau dieser ESM das Problem, denn der umschifft die No Bailout Klausel und das wollen die Briten nicht mittragen.
    http://www.telegraph.co.uk/news/politics/8588350/David-Cameron-We-wont-bail-out-Greece.html
    Also stellt sich aus meiner Sicht nicht die Frage ob Europa am Euro scheitert, sondern scheitert Europa am ESM?
    Diese Frage möchte ich mit Ja beantworten, denn ich denke die Briten werden in ihrem Referendum über den Verbleib in der EU, mehrheitlich für einen Austritt aus der EU votieren.
    http://www.theguardian.com/politics/blog/2014/mar/26/nigel-farage-vs-nick-clegg-the-debate-for-europe-live
    Aber das gilt abzuwarten. Auf jeden Fall ist die Zukunft eines Gemeinsamen, Vereinigten Europas in Gefahr, es geht um die Grundsätze. Wollen wir ein Europa in dem es einen, ja nennen wir es ruhig, Länderfinanzausgleich (ESM) gibt oder wollen wir ein Europa nach US Amerikanischem Vorbild mit Fed und ohne Bailoutklausel, sprich ein Europa mit Selbstverantwortung, wie ich persönlich es befürworte. Denn nichts ist Solidarischer als gesunder Wettbewerb. Aber genau davor (Wettbewerb) scheint Frau Merkel Angst für die Zukunft Europas zu haben, warum auch immer, vielleicht wegen ihrer Sozialistischen Erziehung, in der sie nie die Vorteile von Wettbewerb erlernt hat.
    Mein Fazit aber lautet anders, ich denke der ESM wird scheitern, der Euro dadurch gerettet und die Briten treten dem Euro bei, dies alles wird in den nächsten fünf bis Zehn Jahren passieren, davon bin ich überzeugt.
    https://www.youtube.com/watch?v=Hm909ZgSCpw

    P.S. Geld kann heißen wie es will, der Name ändert nichts an der Tatsache das Geld wechseln will, nämlich von einer rechten Hand in eine andere rechte Hand.

  8. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/05/waehrungs-zwangsjacke-der-euro-schadet-in-der-krise-doppelt/ Zeigt doch das ohne Euro die Wirtschaft Floriert und es Handel gibt.
    Diese Aussagen Scheitert Euro Scheitert Europa ist Unfug es wurde schon vor dem Euro Internationalerhandel betrieben. Wenn ich dagegen ansehe wie Frau Merkel vor 2 Jahren bei der Griechenland / Euro Krise beschimpft wurde http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/gewaltsame-proteste-in-athen-griechische-rechte-beschimpft-merkel-11644675.html frage ich mich ob der Euro nicht den Grundgedanken der EU bedroht http://europa.eu/about-eu/eu-history/index_de.htm

  9. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Das Verhältnis der europäischen Staaten untereinander war vor Einführung des Euro besser als heute.

  10. Ja, es stimmt Europa würde mit dem Euro aus wirtschaftlicher Sicht scheitern,da es kein weiteres wirtschaftliches Wachstum gegeben hat…
    Hier der passende link: http://www.stern.de/wirtschaft/geld/bundesfinanzministerium-diskussion-ueber-scheitern-des-euro-541134.html

    Übrigends: War es denn mit der DM anders ? Vor allem sind die hoch verschuldeten Länder, wie Griechenland schuld, welche alle anderen, da mit hinein ziehen … Nur weil die nicht wirtschaften können und die reichen Yachtbesitzer dort keine Steuern zahlen müssen !

  11. Der Satz ist so falsch, wie sinnlos:

    1. Europa ist nicht gleich EU (deshalb allein ist dieser Satz schon etwas polemisch).

    2. Vor der EU gab es auch schon die EWG, die eine Wirtschaftsgemeinschaft mit nationalen Währungen darstellte und soweit funktionierte.

    3. Der Euro ist nicht in ganz Europa offizielle Währung.

    4. Auch innerhalb der EU gibt es Länder die den Euro nicht als Währung haben.

    5. Nationale Währungen innerhalb der EU haben bis 2001 ebenfalls funktioniert.

    6. Der ECU hat auf Grundlage Nationaler Währungen ebenfalls seinen Zweck erfüllt.

    7. Der Euro ist gerade DAS Problem, weshalb die EU immer weiter auseinander driften wird. Reiche Länder werden es nicht dauerhaft einsehen, die armen Länder zu unterstützen, zumal immer mehr arme Länder, bei denen ein Hilfeersuchen absehbar ist, hinzukommen.

    Diese nachvollziehbaren Gründe erklären schon für sich die Falschheit des Satzes von Frau Merkel.
    Sie sagte diesen berühmten Satz jedoch in der Zeit, als der Euro akut bedroht war (dies ist zwar immer noch der Fall, aber das ist ein anderes Thema) und hat sich „großer Worte“ bedient um ihr Anliegen zu verdeutlichen. Dies haben ihre Berater auch empfohlen, da derartige Sätze einprägsam sind, Angst schüren und es von den Medien schnell und einfach zu transportieren ist/war. Man könnte diesen Satz als eine Art „Schutzbehauptung ohne Wahrheitsgehalt“ ansehen.

    Beispiele dafür sind auch: die Mauer muss weg, die Rente ist sicher, das Boot ist voll, usw.

    Unabhängig von allem, werden Euro und auch der Dollar über kurz oder lang eh kollabieren. Das ergibt sich schon allein aus der Mathematik und der Entstehung des Geldes. Wir haben ein Schuldgeldsystem, das Zinsbasierend ist. Daraus ergibt sich, Geld = Schuld, hinzu kommt der Zins und Zinseszins. Dies bedeutet, dass das Wachstum immer mit dem Zins schritthalten muss. Dies ist aufgrund der Exponentialfunktion nicht möglich, zumindest nicht beim Wirtschaftswachstum. Die Folge ist eine Erhöhung der Geldmenge ohne Leistung. Dies bedeutet steigende Inflation und Kreditausfälle.
    Ich habe versucht mich möglichst kurz zu fassen!

  12. Da bin ich eher gegenteiliger Meinung. Der Euro schadet der Einheit Europas. Eine einheitliche Währung ist doch kein Garant für Frieden und Wohlstand. Erstmal sollten Wirtschaft und Gesetze angeglichen werden, bevor man die Währung vereinheitlicht.

  13. Wenn in einer Währungsunion die Wirtschaftsentwicklung der einzelnen Länder so weit auseinanderklafft wie in der Eurozone, dann sind alle 5 – 10 Jahre erhebliche „Anpassungen“ notwendig. Aber ob das nochmals möglich ist ist die Frage. Deshalb wird der Euro langfristig mit den jetztigen Mitglieder nicht zu halten sein. Politiker Aussagen können die Mathematik nicht ausser Kraft setzen! Aber die Länder mit in etwa gleicher Wirtschaftsentwicklung werden sicherlich am Euro festhalten. Mit der EU hat das nur am Rande zu tun. Die EU wird mit oder ohne Euro weiterexistieren. Ich Zusammenhang mit der EU ist die Akzeptanz beim Bürger viel wichtiger als der Euro.

    • Sehr geehrter Herr Otto,
      Ihre Annahme, Länder mit einer unterschiedlichen Wirtschaftsentwicklung könnten nicht in einer Währungsunion leben ist genauso falsch, wie die angeblich notwendige Angleichung von Arbeitszeiten, Urlaubszeiten oder Rentenalter.
      Mit freundlichen Grüßen
      U. Kesselberg

  14. Natürlich nicht. Geschichtlich existiert Europa bereits seit drei Jahrtausenden und ist ohne € nicht gescheitert.
    Europa wird den € überleben, wie Deutschland die D-Mark!

    • …es ging ja hier um das politische Europa seit Anbeginn der europäischen Union…

  15. Angela Merkel meint wahrscheinlich, dass andere Staaten ohne Geld nicht überleben würden. Denn alles kostet mittlerweile etwas. Und wenn der Staat nicht genug Geld hat, leidet das Volk daran. Das will Merkel verhindern.

    • Daniel Ro: Die anderen Staaten wären ja nicht geldlos, sondern hätten ohne Euro ihre eigenen Währungen. Sie könnten sich im Ausland, je nach Wechselkurs, vielleicht nicht ganz soviel leisten wie mit Euro, würden die Leistungen dann aber im Inland abrufen und mit dem Euro müssen sie ja noch wettbewerbsfähiger sein als mit eigener Währung, damit das Geld erstmal reinkommt.

  16. Als bewoner der grenzregion erlebe ich nahezu taeglich, dass der euro als einheitliche waehrung von sehr grosser bedeutung ist fuer alle wirtschaftlichen und finanziellen grenzueberschreitende beziehungen. Stirbt der euro, stirbt europa, davon bin ich ueberzeugt.

    .

  17. Wer entscheidet darüber, ob „Europa“ – richtig hier wohl die EU – scheitern würde? Sicher die maßgeblichen Politiker/innen der Mitgliedsstaaten, also in erster Linie die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten.

    Wenn etwa Merkel in einer solchen Situation als deutsche Kanzlerin das Schicksal der EU mit dem Schicksal des Euro verknüpft und daher meint, das die EU ohne weitgehend gleiche Währung nicht existieren kann, wird sie ihre Politik darauf ausrichten. Mit einem Deutschland jedoch, welches die EU als totes Pferd ansieht, das man nicht länger reiten soll, bricht die EU auseinander. So würde Merkels Aussage unweigerlich zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

    (Übrigens bringt Merkels Aussage genau das auf den Punkt, was zur Europa-Verdrossenheit vieler Bürger/innen führt: Die EU ist offenbar in den Augen maßgeblicher Politiker lediglich eine Wirtschaftsgemeinschaft und keine Gemeinschaft der europäischen Bürger/innen: Stimmt der Kommerz nicht, geht die EU unter.)

  18. Zur Teil-Ausage: „Scheitert dere Euro, ..“
    Gemeint ist offenbar, dass der Euro als Währungseinheit wieder verschwindet und als Folge davon eine Währungsreform stattfindet. Nun, Währungsreformen gab es in den letzten Jahrhunderten sehr viele. Daran ist aber aus meiner Sicht noch nie eine staatliche oder menschliche Gesellschaft e n d g ü l t i g zerbrochen. Es entstand nur etwas Neues, manchmal sogar Besseres. Eigentlich sind Währungsreformen in den letzten 2000 Jahren eher die Normalität als die Ausnahme gewesen. Auch heute haben nicht alle Mitgliedsstaaten der EU den Euro und sind trotzdem noch in der Union drin.
    Lektüreempfehlung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform
    mit vielen weiterführenden Links

    Zur Teil-Ausage: „.. scheitert Europa.“
    Gemeint ist wohl die Europäische Union.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Union
    Würden die Mitgliedsstaaten zwingend aus der EU austreten, nur weil es keinen Euro mehr gäbe? Gibt es dafür historische Beispiele, wo ähnliches passiert ist?
    Ist das römische Reich daran zerbrochen, dass die Sesterzen als Währung nicht mehr im ganzen Mittelmeerraum akzeptiert wurden. Oder waren es nicht eher andere Gründe wie Machtkämpfe, wirtschaftlich und politisch?
    Betrachten wir das Motto der EU:
    ————————-
    „In Vielfalt geeint“
    ————————-
    http://de.wikipedia.org/wiki/Europamotto

    Wird das dann einfach über Bord geworfen? Nur wegen des Euros? Oder lenkt die Bundeskanzlerin nur von anderen Schauplätzen ab?
    Fragen über Fragen!

  19. Europa soll sich durch eine Bündnis- und Friedenspolitik definieren. Eine gemeinsame Währung, über wirtschaftlich völlig verschieden starke Staaten, ist dafür keine Voraussetzung. Das ECU-System mit Bandbreiten war auch Europa und es funktionierte sehr gut. Wenn Europa mit der Aufgabe nationaler Identitäten gleichgesetzt wird, hat es eh keine richtige Akzeptanz in der Bevölkerung.

    • Europa ist doch nicht nur die Plattform für eine gesamteuropäische Bündnis- und Friedenspolitik?! Hauptsächlich durch wirtschaftliche Integration und wirtschaftliche Abhängigkeiten ist erst Frieden in Europa entstanden.
      Und was die Bevölkerung vor Frieden am ehesten will ist Wohlstand und Wohlstandssicherung.

  20. Aus dem Regierungsprogramm der CDU/CSU: http://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/regierungsprogramm-2013-2017-langfassung-20130911.pdf

    „Bis 2050 wird die weltweite Bevölkerung auf über neun Milliarden Menschen ansteigen, während die deutsche und europäische Bevölkerung weiter zurückgeht. Allein China hat heute bereits mehr Einwohner als Europa, Nord und Mittelamerika zusammen. Auch die Handelsströme und wirtschaftlichen Kraftzentren verschieben sich. China hat Deutschland
    als Exportweltmeister abgelöst und wächst weiter. Schwellenländer wie Indien, Brasilien und viele andere spielen eine immer größere Rolle.
    Angesichts dieser Verschiebungen der wirtschaftlichen Gewichte können wir unseren Wohlstand nur sichern, wenn Europa ein wettbewerbsfähiger Kontinent bleibt, der sich an den weltweit Besten orientiert. Deshalb
    kämpfen wir für eine starke und wettbewerbsfähige Europäische Union“

    Nun sollte man vielleicht folgende Dinge bedenken:
    Eine Leitwährung ist eine Währung, die von anderen Akteuren – in diesem Fall durchaus in globalen Maßstäben gedacht – als Ankerwährung benutzt wird. Der Staat, welcher eine Leitwährung seine eigene nennt, hat nicht nur symbolisches und diplomatisches Prestige, sondern auch konkretere Vorteile – Zitat aus Wikipedia („Leitwährung“): „Der Ökonom Barry Eichengreen von der Berkeley University wies 2011 darauf hin, dass die USA aufgrund des Leitwährungstatus des Dollars bis dato ein jährliches Leistungsbilanzdefizit von etwa 500 Milliarden Dollar anhäufen konnten.“

    Neben dem möglichen Leitwährungsstatus kommt hinzu, dass der europäische Binnenmarkt laut dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium der größte Markt der Welt ist. Will dieser (in Form der EU) auf einer Augenhöhe mit China und co. verhandeln, würde eine Aufsplitterung des MArktes in verschiedene Währungen seine Verhandlungsposition schwächen. Denn zum einen hätte jede einzelne Währung für sich keine globale Bedeutung, zum anderen hätte jeder Staat stärker als bisher seine eigenen wirtschaftspolitischen Probleme und Lösungen. Dies macht es wiederum einfacher, europäische Staaten gegeneinander auszuspielen.

    Definiert man also Europa wie oben als einen handlungsfähigen Akteur, der sich im Wettbewerb mit den „weltweit Besten“ messen möchte, dann wäre es vielleicht möglich, dass dies ohne den Euro funktioniert – aber doch gegenüber einer gemeinsamen Währung deutlich unwahrscheinlicher.

    Da es kein historisches Beispiel einer Supermacht ohne einheitliche Währung gibt (historisches Beispiel Römisches Reich: http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_W%C3%A4hrung) kann man daher nachvollziehbar sagen: Wer Macht ausüben will, tut das vor allem über das Geld.

    Vor diesem Hintergrund ist Merkels Aussage eigentlich mehr als berechtigt. Sie als „Wahrheit“ im Sinne einer Alternativlosigkeit hinzustellen, mag zu weit gehen. Aber umgekehrt: „Okay, versuchen wir ohne den Euro mit den Besten mitzuhalten“ ist eine weitaus naivere und abenteuerliche Aussage.

    • Ich denke, dass dies die präziseste einfache Langform des Zitats ist. „Schicksalsgemeinschaft“ weist ja darauf hin, dass wir alle freiwillig im selben Boot sitzen und auch gemeinsam untergehen, sollte die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit Europas geschwächt werden. Der Euro ist längst keine Vereinfachung des europäischen Binnenmarktes mehr. Es geht darum, Vertrauen in der ganzen Welt zu erkaufen. Dafür reicht eine gemeinsame starke Währung aber nicht aus, Investitionen in Afrika wurden viel zu zögerlich angegangen.

  21. Merkel meint mit dem Scheitern der Europas wohl das Scheitern der EU. Aber ich vermute nicht, dass die Union nur am Euro scheitert. Die einzelnen Länder stehen sich gegenseitig im Weg, wenn nur die nationalen Interessen im Vordergrund stehen.
    Dazu sollte man daran denken was die eigentliche Idee der EU war. Ein gemeinsamer Markt und der erfordert gleiche Regelungen für alle Länder, damit die Wirtschaft davon profitieren kann.
    Selbst wenn der Euro scheitern sollte, dann wird es immer weiter Handel geben.

  22. Nein, Europa gibt es auch ohne Euro, aber er ist doch ein ganz wichtiger Teil. Als Symbol und als wirtschagtliche Hilfe.

Merkel (CDU): „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ – Stimmt fast - Stimmt fast

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